Goggo, Gummibaum und Nierentisch

Hagen. (Red.) Die 50er Jahre, das war in Hagen die Zeit, als die Kinos noch Gloria, Odeon, Lichtburg, Atrium, Scala oder Olympia hießen. Das war die Zeit, in der das Freibad im Ischeland eröffnete und man im „Parkhaus“ feierte. Kaufhof, Defaka und Brenninkmeyer kamen in die Stadt. Und als „Prunkstücke“ standen in den Wohnzimmern insbesondere Nierentische und Plattenspieler.

Es war die Zeit des Wiederaufbaus, die Zeit des Fritz Steinhoff, des aufkommenden Wohlstands und des VW Käfer. Eine Zeit des Aufschwungs, in der in Hagen mit dem von Architekt Wiehl errichteten SIHK-Verwaltungsneubau und Prof. Bartmanns „Elektromark“ die Nachkriegsmoderne ihren Einzug hielt und der Volkspark mit dem Musikpavillon geziert wurde.

Jahre, in denen das DER-Reisebüro im neuerrichteten Pavillon mit Urlauben in Rimini und auf Capri lockte. Getreu dem Motto „Isetta trifft Vespa – Goggo besucht Topolino“ reiste so mancher Hagener mit dem ersten Auto nach Bella Italia. Man war wieder wer und wollte es auch zeigen. „Kein Erlebnis verlieren – photographieren“, lautete die Werbung von Agfa und Co.

Wunderbare Quelle

So entstanden in den 50ern Tausende von Bildern – und verschwanden gleich wieder in den Fotoalben. Eine wunderbare Quelle, um der Enkelgeneration ein buntes und lebendiges Bild der Hagener Nachkriegszeit zu präsentieren.

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Der Hagener Heimatbund will dazu im geplanten „HagenSpiegel – die 50er“ die Ära von Vespa, Karman-Ghia, „Leukoplastbomber“, Kabinenroller, Petticoat, Hulla-Hoopreifen, Chianti-Flaschen und vielem mehr wieder aufleben lassen und alles aus längst vergessenen Alben zurück ins Licht der Öffentlichkeit holen.

Arbeitsgruppe

Zu diesem Zweck sammelt eine Arbeitsgruppe des Hagener Heimatbundes und des Ardenku-Verlags möglichst viele Hagener Zeitzeugnisse, vor allem Fotos. Je mehr Hagener dazu mit ihren Fotoalben beitragen, umso bunter wird das Bild der 50er.

Die Arbeitsgruppe freut sich über Fotos von Feiern ebenso wie von Urlaubserinnerungen; gefragt sind Bilder aus der Stadt, aber auch vom ersten Auto oder der ersten eigenen Wohnung; auch Sport und Freizeit, Arbeit und Vergnügen, Friseur und Theater sind als Motive willkommen.

Wer sich mit seinen Bildern am „HagenSpiegel“ beteiligen will, kann sich unter 0 23 31 / 30 33 33 an Petra Holtmann (Ardenkuverlag) oder unter 0 23 31 / 2 07 56 21 an den Hagener Heimatbund wenden.