„Großbaustelle“ Museum – Teil 2

Antje Modersohn und ihr Mann Rainer Noeres, Leiter des Otto-Modersohn-Museums in Fischerhude, packen jedes der Leihstücke nach dem Transport selbst aus – über 250 Werke! (Foto: Nina Heindl)

Von Nina Heindl

Hagen. Was passiert im Museum eigentlich zwischen zwei Ausstellungen? Dieser Frage kann ich hautnah nachgehen, da ich im Osthaus-Museum einmal hinter die Kulissen blicken darf. In der vergangenen Ausgabe des Wochenkuriers war bereits von meinem ersten Tag auf der „Großbaustelle“ Museum zu lesen. Hier kommt nun Teil zwei des etwas anderen Museumsbummels.

Reges Treiben

Heute empfängt mich Melanie Redlberger, zuständig für Presse und Öffentlichkeit, vor den noch verschlossenen Türen des Kunstquartiers – es öffnet erst in ein paar Stunden für das Emil-Schumacher-Museum. Wir gehen um das Gebäude herum und werden durch einen Seiteneingang hereingelassen. Drinnen herrscht, wie bereits am Vortag, reges Treiben und alle wissen genau, was sie als nächstes angehen werden. Wir laufen auch direkt Tayfun Belgin in die Hände. „Die ersten Vorbereitungen für die große Modersohn-Ausstellung begannen schon vor eineinhalb Jahren“, erklärt der Museumsdirektor, „und kurz vor der Umbauphase werden die Abläufe genau abgestimmt.“ Dann muss Belgin allerdings weiter, um die Aufbauten der neuen Ausstellungen zu begutachten.

Modersohn en masse

Einige Augenblicke später treffen wir auf die Leiter des Otto-Modersohn-Museums in Fischerhude: Antje Modersohn, die Enkelin von Otto Modersohn, und ihren Mann Rainer Noeres. Über 250 Werke leiht das familienbetriebene Museum nach Hagen aus und diese sind schon in weiten Teilen am richtigen Platz an die Wand gelehnt. Unter den Gemälden lugen breite Schaumstoffstücke hervor, sie sollen Beschädigungen und Kratzer an den wertvollen Stücken vermeiden. Wenn alle Gemälde gestellt sind, werden sie an die Wand gebracht – mit Dübel und Schrauben, wie man es auch von zuhause kennt. Allein die Masse liegt wohl etwas über den haushaltsüblichen Mengen.

Immer in Aktion: Museumstechniker Tobias Roch schneidet Leisten für die Ausstellungspräsentation zu. (Foto: Nina Heindl)

„Das kriegen wir hin!“

Nur mit festangestellten Museumstechnikern wäre dieser Großumbau nicht zu stemmen – davon kann ich mich mit eigenen Augen überzeugen. „Es ist noch viel zu tun, aber das kriegen wir gut hin!“ versichert Museumstechniker Tobias Roch, während im Nebenraum gehämmert und geschraubt wird. „Die Ausstellung im Jungen Museum konnten wir bereits letzte Woche aufbauen. Außerdem unterstützt uns in so großen Umbauphasen noch ein kleines Handwerkerteam.“ Melanie Redlberger und ich folgen Roch in die Museumswerkstatt, dort muss er noch Leisten zusägen.

Und es geht weiter

„Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung“, schmunzelt Roch noch zum Abschied. Melanie Redlberger, die mich während meines ganzen Besuchs begleitet hat, in meiner Reportage bisher aber noch nicht zu Wort gekommen ist, stimmt dem nickend zu. „Wenn die neue Ausstellung eröffnet ist, wird diese weiterhin beworben und bekannt gemacht, doch geht es dann auch schon an die Vorbereitungen für die darauffolgende Schau“, erklärt mir die Mitarbeiterin für Presse und Öffentlichkeit abschließend.

Eröffnung

Zwei Tage lang konnte ich einen Blick hinter die Museumskulissen werfen und viele neue Eindrücke gewinnen. Womit ich mich aber bisher noch nicht beschäftigen konnte, sind die Werke selbst – doch das wird sich mit der Wiedereröffnung des Osthaus-Museums auch noch ändern. Die drei Sonderausstellungen „Otto Modersohn – Landschaften der Stille“/ „Paula Modersohn-Becker – eine expressive Malerin“, „Henry van de Velde at home“ und „Indigo – Ocker – Zinnober“ im Jungen Museum sind ab Samstag, 26. Januar, 16 Uhr bis zum 21. April 2013 zu sehen.