Günter Blanck stellt im Westfalenbad Hagen aus

Hagen. (ME) In den weitläufigen und überaus attraktiven Anlagen der Hagener Westfalenbad-Saunalandschaft ziehen seit einigen Wochen ungewöhnliche Kunstwerke die Blicke auf sich, geschaffen wurden sie von Günter Blanck.
Gefertigt hat er sie zwar aus den unterschiedlichsten Materialien, es dominiert aber eindeutig der Werkstoff Metall. Manche Skulpturen enthalten eine eher humoristische Note, andere wiederum regen zum Nachdenken an, und eine dritte Gruppe stellt einfach „Kunst in der Natur“ als „Hingucker“ dar. Einige dieser Objekte sind dem Bereich der „kinetischen Kunst“ zuzuordnen – sprich: hier bewegt sich etwas –, andere wurden mit Texten kombiniert, darunter sind sogar eigene Gedichte. Engel spielen eine Rolle, ferner Martin Luther, die Möwe Jonathan, Krieg und Frieden, Yin und Yang, Auseiandersetzungen mit dem Zeitgeist – Günter Blanck ist durchaus auch ein philosophischer Gestalter.
Verwandlung
„Metall-Metamorphosen“ nennt er seine Kunstwerke. Metamorphosen sind „Verwandlungen“ – und genau darum geht es dem Hagener. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet der 68-Jährige intensiv als Künstler zumeist mit Fundstücken, die häufig von Schrottplätzen stammen. Durch kreative Umwandlung erfährt der „Schrott“ dann eine Aufwertung. So entwickeln sich, oft in Verbindung mit Tiffany-Arbeiten und gelegentlich mit Alltagsteilen vom Sperrmüll, Dinge mit anderer Gestalt und einzigartigem Sinngehalt. Bei der „Ehrung an die Familie und ihren Beziehungen“ beispielsweise wurde das Abbild einer typischen Familie (Mutter, Vater, Kind) aus einem Stück Metallschrott herausgeschnitten, nach vorne gebogen und mit einem Spiegel hinterlegt.
Die Techniken, das Metall in jedweder Weise bearbeiten zu können, beherrscht er aus dem „Effeff“ – schließlich ist der dreifache Vater nicht nur Künstler, sondern obendrein auch gelernter Werkzeugmacher. Blanck, geboren 1949 in Berlin, lebt seit 1959 in Hagen.
Der Ausbildung zum Werkzeugmacher folgten der Erwerb der Fachhochschulreife und die Ausbildung zum Sozialarbeiter. Eine langjährige Tätigkeit bei der Stadt Hagen – im Amt für Wirtschaftsförderung und im Jugendamt – schloss sich an.
Mit Kunst hat sich Günter Blanck seit jeher intensiv beschäftigt, doch seit Ende der 1990er Jahre (Eintritt in den Ruhestand und „Entdeckung des Schrotts“) hat die kreative Auseinandersetzung eine völlig andere Dimension erreicht.
Zu sehen sind seine ungewöhnlichen „Hingucker“ in der Westfalenbad-Saunalandschaft noch bis zum 8. Oktober (geöffnet ist die Sauna tagtäglich von 10 bis 22 Uhr).