Gute Zeiten für Käufer

Insbesondere in Wehringhausen wird momentan viel investiert. Nicht mehr zeitgemäßer Wohnbestand weicht - wie etwa an der Eugen-Richter-Straße - neuem Mietwohnraum. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) Daten vom Hagener Grundstücksmarkt serviert der wochenkurier seinen Lesern – wie seit Jahren üblich – auch diesmal wieder im Juni. Hierzu sind viele wichtige Einzelheiten in unserer heutigen Beilage nachzulesen. Eine kleine Zusammenfassung sei an dieser Stelle vorausgeschickt:

Geldumsatz

Im Grundstücksmarkt-Geschäftsjahr 2009 (Dezember 2008 bis November 2009) wurden in Hagen 1.066 Kaufverträge mit einem Geldumsatz von rund 169,5 Millionen Euro registriert (2008: 1.163 Kaufverträge mit 218,5 Mio. Euro). Der Geldumsatz der letzten zehn Jahre lag im Durchschnitt bei etwa 240 Millionen Euro. Somit liegt das Jahr 2009 mit etwa 70 Millionen Euro bzw. 30 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das Jahr 2009 ist bei einer fallenden Anzahl von Kaufverträgen (Rückgang von rund 9 Prozent) von einem deutlichen Umsatzrückgang geprägt (minus 22 Prozent Umsatzrückgang gegenüber 2008). In den Geschäftsjahren 2006 und 2007 waren die Geldumsätze von vielen Verkäufen (Mehrfamilienhäuser, Geschäftshäuser, Gewerbeobjekte) an Immobilienfonds gezeichnet. Diese Fondsverkäufe sind durch die Finanzkrise fast vollständig zurückgegangen.

Auf den einzelnen Teilmärkten ist der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr insbesondere bei den bebauten Grundstücken (minus 27 Prozent; deutlich weniger gewerbliche Objekte), bei den unbebauten Grundstücken (minus 27 Prozent; keine großen Bauerwartungs- und Rohbaulandflächen mehr) und auch bei den Eigentumswohnungen (minus 8 Prozent) zu verzeichnen. Auch wenn die größeren Umsatzrückgänge zunächst einen höheren Preisrückgang vermuten lassen, so sind bei differenzierteren Auswertungen und Ermittlungen der Durchschnittspreise stagnierende bis leicht fallende Preise festzustellen.

Insgesamt ist hervorzuheben, dass die Preise gegenüber dem Vorjahr für Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt um rund fünf Prozent nachgaben. Ähnlich ist dies bei Mehrfamilienhäusern ohne gewerblichen Anteil. Das heißt, wer in der letzten Zeit gekauft hat, konnte durchaus  nette Schnäppchen“ ergattern.

Gewerbliche Objekte

Verkäufe von gemischt genutzten Objekten sind insbesondere bei hohen gewerblichen Anteilen deutlich zurückgegangen. Der Geldumsatz reiner Gewerbeobjekte ist von den Kauffällen um etwa 10 Prozent und vom Geldumsatz um circa 68 Prozent rückläufig. Also auch hier kam die Entwicklung den Käufern entgegen. Mit einer Ausnahme: Die Immobilienentwicklung in der Hagener Innenstadt ist nach wie vor positiv zu beurteilen. Das Stadtbild hat sich weiter durch vereinzelte Baumaßnahmen gut entwickelt.

Eigentumswohnungen

Bei den Eigentumswohnungen sind die Kauffälle um rund neun Prozent, der Geldumsatz um circa acht Prozent rückläufig. Die durchschnittlichen Preise insbesondere bei älteren Objekten gaben leicht nach, insgesamt ist eine stagnierende bis leicht fallende Preisentwicklung zu verzeichnen.

Bauplätze, Neubau von Einfamilienhäusern

Für den Neubau von Einfamilienhäusern steht in 2010 ein ausreichendes Programm von überwiegend bauträgerfreien Grundstücken zu moderaten Preisen in den Stadtteilen Garenfeld, Eppenhausen, Eilpe und Westerbauer zur Verfügung. Der Neubau von Eigentumswohnungen ist sehr deutlich zurückgegangen.

Wohnungsmarkt

Altengerechte Wohnungen werden punktuell überwiegend im sozialen Wohnungsbau neu errichtet. Insbesondere die Wohnungsbaugesellschaften brechen – vor allem in Wehringhausen (aber nicht nur) – vereinzelt an guten Standorten alten, nicht mehr zeitgemäßen Wohnbestand ab und errichten hier überwiegend neuen altengerechten Mietwohnraum.