Hagen gedenkt der Pogromnacht von 1938

Hagen. In Hagen wird in diesen Tagen mit verschiedenen Veranstaltungen der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gedacht.

Am Donnerstag, 8. November 2012, wird um 18 Uhr zu einem Schweigemarsch eingeladen, der vom Adolf-Nassau-Platz zur Synagoge unweit des Ferdinand-David-Parks führt. Beide Plätze sind nach Hagener Bürgern jüdischen Glaubens benannt worden, die unter der Verfolgung und Diskriminierung jener Zeit schwer zu leiden hatten. So wurde der Hagener Rechtsanwalt Ferdinand David in jener Nacht des Jahres 1938 von SA-Leuten aus dem Fenster geworfen und erlitt dabei schwerste Verletzungen.

Die Teilnehmer erhalten eine Kerze für den Weg durch die Stadt, die sie dann bei einem kurzen Halt an der Synagoge im Gedenken der Opfer ablegen können. Anschließend bewegt sich der Marsch durch den Ferdinand-David-Park ins Rathaus an der Volme. Dort wird ab 18.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung stattfinden, die von der Stadt Hagen, der Jüdischen Gemeinde Hagen, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und vom Theater an der Volme getragen wird.

Die Vorverlegung des Gedenkens auf den 8. November geschieht aus Rücksicht auf die jüdische Gemeinde, die am Freitagabend den Schabbat feiert.

Der Jugendring Hagen führt am Freitag, 9. November 2012, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Hagener Schulen den mittlerweile nun schon 12. Sternlauf für Toleranz und Demokratie durch. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Achtung! Respekt!“. Dazu wird um 10 Uhr im Cinestar der Film „Ziemlich beste Freunde“ gezeigt. Anschließend treffen sich alle Teilnehmer bei der Abschlusskundgebung auf dem Friedrich-Ebert-Platz.

Am Dienstag, 13. November 2012, schließlich lädt um 19 Uhr die FernUniversität Hagen ins KSW-Seminargebäude zu einer Lesung mit Kriszti Kiss, Dortmund, und Peter Schütze, Hagen, ein. Sie lesen aus dem Buch „Dora Bruder“ von Patrick Modiano, in welchem der bekannte französische Schriftsteller das Schicksal des jüdischen Mädchens Dora Bruder im von Deutschen besetzten Paris nachzeichnet.