Hagen im Zweiten Weltkrieg

Hagen. Aus Anlass des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren hält Dr. Ralf Blank am Donnerstag, 4. September 2014, um 18 Uhr im Hörsaal des Kunstquartiers, Museumsplatz 1, einen Vortrag zum Thema Hagen im Zweiten Weltkrieg“.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen in den Morgenstunden des 1. September 1939 wurde der Zweite Weltkrieg ausgelöst. Auf den zentralen Kriegsschauplätzen in Europa und Asien entstanden gigantische Zerstörungen und hohe Verluste. Zum Kriegsende im Mai 1945 hatten weltweit bis zu 70 Millionen Menschen den Tod gefunden. Die politischen und mentalen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs sind auch noch 75 Jahre nach seinem Ausbruch spürbar.

Im repräsentativen Hagener Rathaus an der Volme hängt heute neben dem Eingang zum Sitzungssaal ein großes Relief aus Bronze. Es konfrontiert die Volksvertreter und Bürger auf ihrem Weg in das Kommunalparlament mit einem Abschnitt der Stadtgeschichte. Das Kunstwerk trägt den Titel „Die zerstörte Stadt 1945“ und wurde im Jahre 1965 durch den Bildhauer Heinrich Holthaus für den Vorgängerbau des heutigen Rathauses an der Volme geschaffen.

Als zwanzig Jahre nach dem Kriegsende nach dem Wiederaufbau der zerstörten Hagener Innenstadt ein neues Rathaus eingeweiht wurde, lenkte die Lokalpresse dann auch den Blick zurück: „Heinrich Holthaus‘ ernstes Relief ‚Die zerstörteStadt‘ über der Tür zum Ratssaal bewahrt den apokalyptischen Eindruck der Katastrophe.“

Hagen war nicht nur das „Braune Hauptquartier“, wie der nationalsozialistische Oberbürgermeister Heinrich Vetter zu Beginn der NS-Herrschaft im April 1933 herausstellte. Die Stadt war auch ein bedeutender Standort der Rüstungsindustrie und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Vor allem diese Bedeutung blieb nicht ohne Folgen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs lagen die Innenstadt und die angrenzenden Stadtviertel fast vollständig in Trümmern. Mehr als 2000 Einwohner hatten bei den alliierten Luftangriffen den Tod gefunden, über 8000 Bürger waren im Krieg als Soldaten gefallen.

Der Referent thematisiert die Geschichte der Stadt Hagen zwischen 1939 und 1943/44. Der inhaltliche Bogen spannt sich von der nationalsozialistischen Herrschaft an der ‚Heimatfront‘, die Verwaltung und Kommunalpolitik über den Kriegsalltag der Bevölkerung und die Bedeutung der örtlichen Rüstungsproduktion und den Einsatz von Zwangsarbeitern bis hin zu den alliierten Luftangriffen und ihren Folgen. Zahlreiche Abbildungen illustrieren den Vortrag und enthalten zusätzliche Informationen.

Im Vortrag wird ebenfalls der Frage nachgegangen, wie in Hagen bis in die Gegenwart mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie mit der Erinnerung und dem Gedenken an die Zerstörungen und Opfer des Zweiten Weltkriegs umgegangen wird. Eine weitere Frage ist auch, welche Perspektiven und Fragestellungen sich für die Geschichtswissenschaft auf lokaler und regionaler Ebene zukünftig ergeben. Ist die Forschung zum Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg am Ende angelangt?