„Hagen – meine absolute Traumstadt“

Hagen. (ric/Red.) „Hagen ist meine absolute Traumstadt“, schwärmt Jacques Kempkens. Kein Wunder also, dass er, als er ein ähnliches Spiel in Witten sah, sofort beschloss, ein Hagen-Spiel zu entwerfen. Kurzum gewann er nicht nur Oberbürgermeister Jörg Dehm als Schirmherrn für das Projekt, sondern konnte auch viele Hagener Unternehmen überzeugen, sich zu beteiligen.

Testeten schon einmal das neue Hagen-Spiel (v.l.): Christian Schmidt, erster Beigeordneter der Stadt Hagen, Oberbürgermeister Jörg Dehm und Jacques Kempkens, der das Spiel entwarf. (Foto: ric)

Bei dem Hagen-Spiel wird es nur Gewinner geben. Nicht nur die Firmen, die Teil des monopolyähnlichen Spieles wurden, indem sie Werbe-Plätze auf dem Spielbrett, den Geldscheinen oder auf den Aktien-Karten kauften und so ihr Firmenzeichen auf den Plätzen, für die sie bezahlt haben, präsentieren – auch die Spieler profitieren: Sie lernen ganz nebenbei einiges über die Stadt. „Oder wussten Sie, dass Hagen die grünste Großstadt in ganz NRW ist?“, schmunzelt Kempkens. Auch Jörg Dehm zeigt sich begeistert: „Das Spiel ist für Hagen ein Gewinn. Schließlich kann sich die Stadt so hervorragend vermarkten.“

Hauptgewinner aber der in Hagen einmaligen und limitierten Auflage werden Schüler und Jugendliche sein. Denn das Geld, das mit dem Hagen-Spiel erwirtschaftet wird, fließt zwei lokalen Schulprojekten zu, für die es unter den bekannten Sparzwängen in der Stadt bisher kein Budget gab.

Traum und Phantasie

So soll der Verkaufserlös Hauptschülern in Vorhalle und Altenhagen die Teilnahme an einer „Kreativen Schreibwerkstatt“ ermöglichen. Organisiert wird das Projekt von Rainer Goldbach und Natalia Keller vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen. In einem Workshop will der deutsch-türkische Schriftsteller Nevfel Cumart für die Jugendlichen deutscher und nichtdeutscher Herkunft „Literarische Brücken“ bauen. „Das kreative Schreiben jenseits des Unterrichts hilft den jungen Menschen, Traum und Phantasie als innere Wirklichkeit zu erleben“, so Cumart.

Am Ende des Workshops werden sie literarische Texte zu den Themen Toleranz, Völkerverständigung, Heimat und Fremde verfassen. „Entstehen sollen aber keine Meisterwerke, sondern es geht vorrangig um Spaß und Freude am Schreiben.“ Wichtig ist außerdem ein gemeinsames Lernen, die Schüler sollen sich gegenseitig helfen.

’Alko-Koffer’

Ein weiteres soziales Projekt, in das der Erlös aus dem Hagen-Spiel fließen soll, wird von Bernd Titze und seinen Kollegen der Kommunalen Drogenhilfe Hagen geleitet. Die Drogenberatungsstelle in der Bergstraße 99 bietet Informationen und Materialien zu Drogen und Sucht an, führt Veranstaltungen und Projekte in Kindergärten, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Vereinen und Betrieben durch und vermittelt Lehrerfortbildung und Unterrichtshilfen für Schulen.

„Komasaufen, Flatrate-Partys und Kinder, die mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert werden…, diese extremen Erscheinungen gibt es leider auch in Hagen“, weiß Titze. Die traurige Bilanz: Pro Jahr werden gut 60 bis 80 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert. „Wir haben zwei neu entwickelte ’Alko-Koffer’ gekauft, die von den Lehrern für ihre Arbeit in den Schulen bei uns ausgeliehen werden können“, so Titze. „Zuvor werden wir sie in einem achtstündigen Workshop zum Thema ’Vorbeugung – Alkohol und Jugendliche’ ausbilden und ihnen die Nutzung des Koffers erklären.“

Rechtzeitig vor Weihnachten geht das Hagen-Spiel nun an den Start. Für 30 Euro ist es unter anderem in der Tourist-Information (Hagen-Agentur), Rathausstraße 13, käuflich zu erwerben.