Hagen. (ME) Gerda ist über 60 und mittlerweile etwas gehbehindert. Sie wohnt in Halden und hat ein Riesenproblem: Es gibt vor Ort nur noch eine mangelhafte Infrastruktur. Ein Kiosk (immerhin mit Post), ein Friseur, eine unbesetzte Sparkassenfiliale, ein Café, zwei Kirchen, eine Zahnarztpraxis und zwei Restaurants sind zwar vorhanden. Doch ausgerechnet zum alltäglichen Lebensmitteleinkauf muss sie längere Wege auf sich nehmen, was im Falle von Gerda nicht ganz einfach ist – sie besitzt keinen Führerschein.

So wie Gerda geht es inzwischen vielen älteren Menschen, die irgendwo in den „Hagener Dörfern“ leben. Doch genau diese persönlichen Probleme gehören NICHT zu den Themen, die im neuen „Stadtentwicklungskonzept ISEK 2015“ eine dominante Rolle spielen. Vielmehr soll eher das „große Ganze“ behandelt werden.

Bürger vor Ort

Jetzt geht „Hagen plant 2035“ – der breitangelegte Beteiligungsprozess im Rahmen der Aufstellung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts – in die nächste Runde und sieht bis zu den Sommerferien noch ein strammes Programm mit gleich sechs öffentlichen Veranstaltungen vor.

Nach der seit Wochen intensiv geführten öffentlichen Diskussion zu den strategischen Zielen für ganz Hagen, werden gezielt Bürgerinnen und Bürger vor Ort eingebunden und befragt. Bei insgesamt fünf Stadtbezirkswerkstätten bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Ideen und Wünsche für die zukünftige Entwicklung ihres direkten Lebensumfeldes vorzustellen.

Hierdurch wird gewährleistet, dass die Besonderheiten der Bezirke ausreichend berücksichtigt und im weiteren Verlauf passgenaue Stadtbezirkskonzepte erarbeitet werden können.

Start in Hohenlimburg

Los geht es mit dem Bezirk Hohenlimburg am Dienstag, 5. Juni, von 18 bis 21 Uhr im Rathaus Hohenlimburg, Freiheitsstraße 3. Es folgen der Bezirk Mitte am Dienstag, 12. Juni, von 18 bis 21 Uhr im Gemeindezentrum an der Pauluskirche, Borsigstraße 11, der Bezirk Nord am Dienstag, 19. Juni, von 19 bis 22 Uhr im Gemeindehaus der Melanchthonkirche, Schwerter Straße 122, der Bezirk Eilpe/Dahl am Dienstag, 26. Juni, von 18 bis 21 Uhr im Gemeindehaus der Herz-Jesu-Kirche, Eilper Straße 14 und der Bezirk Haspe am Dienstag, 3. Juli, von 19 bis 22 Uhr im Vereinshaus St. Bonifatius, Berliner Straße 110a.

Eine Anmeldung zur Teilnahme an den Stadtbezirkswerkstätten ist nicht erforderlich. „Wir freuen uns über jeden, der kommt – egal, ob es 30 oder 80 Personen sind“, sagt Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Nach einer Einführung in den Planungsprozess, einer Präsentation des aktuellen Arbeitsstandes sowie einer Erläuterung ausgewählter Ergebnisse der durchgeführten Online-Umfrage dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Werkstätten den Blick in die Zukunft schweifen lassen. Im Rahmen einer „Zeitreise“ sollen Charakteristika und Eigenschaften des jeweiligen Bezirks im Jahr 2035 erarbeitet werden. Der Blick in die Zukunft hilft anschließend, Wege und Maßnahmen zu ermitteln, die den Wunsch Realität werden lassen.

Workshop für Jugendliche

An die fünf Stadtbezirkswerkstätten schließt sich dann ein besonders spannender Workshop an, der speziell für alle jungen Hagenerinnen und Hagener entwickelt wurde. Gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren soll inhaltlich und methodisch im besten Wortsinn an der Zukunft der Stadt Hagen gearbeitet werden.

Der Workshop unter dem wegweisenden Titel „Jugend macht Stadt“ findet am Donnerstag, 12. Juli, von 18 bis 21 Uhr im Kultopia, Konkordiastraße 23-25, statt.

Da ein kleiner Snack angeboten werden soll, wird für diesen Workshop um Anmeldung per Mail an marianne.booke@stadt-hagen.de gebeten.