Hagen sicherste Stadt im Land

Hagen. (anna) Für Polizeipräsident Frank Richter ist Hagen weiterhin die sicherste Stadt im Land. Das hat die Kriminalstatistik des Jahres 2013 ergeben. 16.346 angezeigte Straftaten habe es in Hagen im letzten Jahr gegeben. Mit einer 50-prozentigen Aufklärungsquote liegt Hagen weit über dem Landesdurchschnitt. Durch vorbeugende Maßnahmen konnte die Polizei auch die Straßenkriminalität in Hagen reduzieren.

„Doch wo Licht sei, ist auch Schatten,“ folgerte der Präsident und verwies auf steigende Zahlen bei der Gewaltkriminalität, die sich auf einem hohen Niveau eingependelt habe. Dabei seien in diese Straftaten immer mehr junge Menschen verwickelt, die 21 Jahre und jünger seien. Die Hemmschwelle ist gesunken, die Form der Brutalität gestiegen,“ so Richter.

2013 verzeichnete die Polizei Hagen 16.346 Straftaten. Das waren genau 100 Fälle bzw. 0,61 Prozent weniger als im Vorjahr (Land NRW : -2,2 Prozent). Mehr als die Hälfte dieser Straftaten wurde aufgeklärt. Die Aufklärungsquote konnte auf 53,24 Prozent gesteigert werden und übertraf um 0,89 Prozent den Vorjahreswert. Damit liegt die Polizei in Hagen weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt von 48,9 Prozent.

Viel zu hoch

„Die Gewaltkriminalität ist uns immer noch zu hoch“, so der Polizeipräsident. Mit 553 Taten stellt sich die Gewaltkriminalität insgesamt im Vergleich zu 552 Taten im Jahr 2012 nahezu unverändert dar. Die Raubdelikte stiegen dabei von 204 Taten auf 212, die gefährlichen und schweren Körperverletzungen gingen von 324 auf 320 Taten zurück. Die Aufklärungsquote aller Gewaltdelikte erreichte 70,89 Prozent und lag damit 3,68 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Junge Menschen sind im Bereich der Gewaltdelikte überrepräsentiert. 41,4 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren unter 21 Jahre alt.

„Auch wenn wir in diesem Bereich der schweren Kriminalität die Quote der jungen Tatverdächtigen von 44,6 Prozent im Jahr 2012 auf nun 41,4 Prozent senken konnten, kann uns das Gesamtergebnis nicht zufrieden stellen. Diese Altersgruppe stellt mittlerweile nur noch 20 Prozent aller Einwohner Hagens“, so Frank Richter.

Trend gestoppt

Kaum eine Polizeibehörde im Land blieb in der jüngeren Vergangenheit von rasant steigenden Einbruchszahlen verschont, auch Hagen nicht. Hier gelang es allerdings im Jahr 2013, diesen Trend aufzuhalten, vielleicht sogar umzukehren. „Der Wohnungseinbruch war im letzten Jahr unser Thema Nummer 1. Wir wissen, wie stark eine solche Tat auch ohne direkten Täterkontakt die unmittelbare Privatsphäre der Betroffenen verletzt und häufig neben dem materiellen Schaden noch viel mehr die Psyche der Opfer beeinträchtigt. Aus diesem Grund haben wir zur Bekämpfung dieses Phänomens auch viel investiert und werden dies fortführen“, verkündet der Leiter der Hagener Kripo, Kriminaldirektor Helgo Borgmann.

„Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 717 Taten im Jahr 2012 um 87 Fälle auf 630 (-12,1 Prozent) zurück gegangen. Damit blieben wir sogar unter dem Niveau von 2011. Und auch die Zahlen des ersten Monats von 2014 bestätigen diesen Trend.“

Einbrüche in Wohnungen geschehen „rund um die Uhr“. Liegt die feststellbare Tatzeit zwischen 6 und 21 Uhr, so spricht man vom Tageswohnungseinbruch. Von diesen gab es in Hagen 318 im Jahr 2013, 8,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 41,3 Prozent aller Wohnungseinbrüche (260 Taten) blieben im Versuchsstadium stecken.

Aufpassen!

Die intensive und arbeitsaufwändige Teilnahme der Polizei Hagen an der landesweiten Kampagne „Riegel vor! Sicher ist sicherer“ hatte hier angesetzt. Um das Problembewusstsein zu schärfen, wurden wieder über 230 Briefe in Wohnungen, die von ihren Besitzern nicht ordentlich verschlossen wurden, hinterlassen. „Es gibt auch für Mieter wirksame Möglichkeiten, den Tätern die Arbeit zu erschweren. Nutzen Sie unser kostenloses Beratungsangebot“, appelliert Borgmann. Und: „Halten Sie in Ihrer Nachbarschaft Augen und Ohren auf und nutzen Sie sofort den Notruf 110, wenn Sie in Ihrer Umgebung Dinge feststellen, die Ihnen verdächtig erscheinen.“

(wird fortgesetzt)