"Hagen-wörtlich"-Vortrag über Architekten

Hagen. Vor wenigen Tagen wurde Wk-Chefredakteur Michael Eckhoff neuer Hagener Stadtheimatpfleger. Kaum im (Ehren-)Amt, ist Eckhoff auch schon öffentlich mit einem Vortrag zu hören – über den genialen Architekten J.L.M. Lauweriks. Eckhoff spricht am Dienstag, 17. März 2015, ab 19 Uhr in der Stadtbücherei auf der Springe. Der Eintritt zu dieser „Hagen-wörtlich“-VHS-Veranstaltung kostet vier Euro.

Im vergangenen August hätte Lauweriks seinen 150. Geburtstag feiern können. In der Volmestadt ist dieses Jubiläum nahezu unbeachtet geblieben. Dabei ist er der Architekt des Hagener Impulses.

Ein großer Lehrmeister

Geboren wurde Johannes L.M. Lauweriks in der unweit von Aachen gelegenen niederländischen Stadt Roermond. Sein Vater arbeitete dort als Leiter einer Bildhauer-Werkstatt. Doch nur wenige Monate nach der Geburt zog die Familie um – nach Amsterdam. Hier starb der Vater wenig später, und der kleine Johannes wuchs im Hause des Architekten P.J.H de Cuypers auf. Dieser Baumeister wurde entscheidend für den weiteren Lebensweg Lauweriks’. Cuypers ist nicht „irgendein“ Architekt, sondern einer der bedeutendsten holländischen Baumeister der 19. Jahrhunderts.

Bereits in jungen Jahren betätigte er sich als Mitstreiter mehrerer Zeitschriften. Ferner beschäftigte er sich intensiv mit der Theosophie. Das griechische Wort lässt sich mit „Göttliche Weisheit“ übersetzen. Schlussendlich geht es hier – teilweise von fernöstlichen Ideen beeinflusst – um eine mystisch-religiöse Denkhaltung, die um 1900 in Europa viele Anhänger fand.

Streng genommen ist der Begriff „Theosophie“ seit ungefähr 2.000 Jahren gebräuchlich. Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet er ein „allgemeines Wissen über göttliche Dinge“, wie sie weltweit den meisten Religionen zugrunde liegen. Ein Anhänger der Theosophie war zunächst übrigens auch Rudolf Steiner, er war sogar um 1910 als Sekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft einer der Vordenker des „göttlichen Wissens“. Doch weil ihm viele Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft zu esoterisch eingestellt waren, hat er die Gesellschaft verlassen und die Anthroposophie begründet – man kennt sie unter anderem von Waldorfschulen und biologisch-dynamischer Landwirtschaft.

Steiners Nachfolger

Steiners Nachfolger als Sekretär der deutschen Theosophischen Gesellschaft wurde 1913 dann J.L.M. Lauweriks. Zu diesem Zeitpunkt wohnte Lauweriks bereits in Hagen. Karl Ernst Osthaus hatte ihn an die Volme geholt. Hier war er zum einen als Architekt tätig (am Stirnband), zum anderen aber auch als künstlerischer Leiter der Hagener Silberschmiede und des „Staatlichen Handfertigkeitsseminars“.

Ihm zur Seite standen seinerzeit mit dem Keramiker Bert Nienhuis und dem Goldschmied Frans Zwollo zwei weitere Niederländer. Auch Zwollo wurde vor dem Ersten Weltkrieg ganz entscheidend von der Theosophie beeinflusst. Ähnliches gilt seinerzeit für später weltberühmte Künstler, Designer und Architekten wie Wassily Kandinsky und Walter Gropius.