Hagen zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

Michael Eckhoff - Stadtheimatpfleger
Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff beleuchtet im Rahmen eines sechswöchigen VHS-Kurses die Zeit zwischen 1944 und circa 1964. (Foto: Hagen-Agentur/Birgit Andrich)

Hagen. Die stürmische industrielle Entwicklung, die damit verbundene Bevölkerungszunahme und mehrere Eingemeindungen ließen Hagen vor dem Zweiten Weltkrieg zur mit Abstand größten Stadt Südwestfalens aufsteigen – mit fast 160.000 Einwohnern.

Im Jahr 1945 wohnten zunächst deutlich weniger Menschen in der Volmestadt. Zudem erlitt Hagen im Zweiten Weltkrieg erhebliche Schäden – in 48 kleineren und vier größeren Bombenangriffen sanken große Teile der Stadt in Schutt und Asche.

In der Innenstadt gab es 1945 nur noch wenige Bauten, die halbwegs brauchbar waren. Auch in den Stadtteilen waren Tausende Wohnungen nicht mehr nutzbar. Die Menschen mussten auf engstem Raum wohnen. Verschärft wurde die Situation noch durch die vielen Flüchtlinge aus dem Osten, die ebenfalls Wohnraum benötigten. Im Dezember 1954 war die Einwohnerzahl bereits – auch wegen der vielen Migranten – auf über 170.000 angestiegen.

In Trümmern

Hagen gehörte obendrein zu den „Trümmermetropolen“. Mehrere Millionen Kubikmeter an Schutt und Schrott mussten innerhalb weniger Jahre entsorgt werden – dies geschah unter anderem durch Schmalspurbahnen, die in Richtung Bredelle führten, wo jenseits der Wohnviertel eine riesige Kippe entstand.

Die Volmestadt schaffte es innerhalb einer relativ kurzen Zeit, ihre Wiederaufbaupläne vorzulegen – mit neuen Grundstücksstrukturen in der Innenstadt, deutlich breiteren Straßen und einem Renommierviertel rund um den Volkspark. Hinzu kamen etliche neue Wohnviertel, so auf Emst und auf den südlichen Hasper Hängen.

„Hagen baut auf“

Rund zehn Jahre nach Kriegsende (1954) und noch einmal weitere zehn Jahre später (1964) erschienen in der Volmestadt zwei Bücher zum Thema „Hagen baut auf“. Beide Werke veranschaulichen sowohl die Zerstörung als auch den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder in der Volmestadt.

Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff, Vorsitzender des Hagener Heimatbundes und Wochenkurier-Chefredakteur, nimmt die beiden Bücher zum Anlass, die Zeit zwischen circa 1944 und 1964 zu beleuchten. Dies geschieht im Rahmen eines sechswöchigen VHS-Kurses (immer von 19.30 bis 21 Uhr). Zahlreiche Fotos und Karten führen die 20 Jahre insbesondere in städtebaulicher Hinsicht vor Augen. Los geht es am Mittwoch, 31. Oktober, um 19.30 Uhr in der Villa Post, Wehringhauser Straße.