Hagener Apotheken wollen mehr aufklären

Hagen. Die Apotheken wollen bei der Gesundheitsprävention stärker aktiv werden, brauchen dafür aber klare Regelungen mit den Krankenkassen. Zwar achten bereits viele auf gesunde Lebensweise, dennoch ist weitere Aufklärungsarbeit unverzichtbar, wie eine repräsentative Umfrage zeigt.
„Hier liegt vor allem eine Aufgabe der örtlichen Apotheken“, sagt Vorsitzender Jörg Pesch der Bezirksgruppe Stadt Hagen des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe.

Gesundheitsbewusstsein ist schon groß
Neun Jahre nach der ersten Umfrage zum Thema „Gesundheit und Prävention“ hat das „infas“-Institut für angewandte Sozialwissenschaft im April und Mai erneut bundesweit rund 3.500 Männer und Frauen ab 16 Jahren befragt. Demnach sind für NRW-Bürger die wichtigsten Maßnahmen der Krankheitsvermeidung regelmäßige Bewegung (85 Prozent, 2008: 87) und eine gesunde Ernährung (84 Prozent, 2008: 85).
82 Prozent gaben an, nur wenig Alkohol zu trinken (2008: 78), 64 Prozent verzichten auf Zigaretten (2008: 61). „Insgesamt haben wir in NRW ein großes Gesundheitsbewusstsein, das sich in den vergangenen Jahren allerdings nicht weiter verbessert hat“, sagt Pesch.
Die Apotheken in Hagen hätten angesichts ihrer vielen Kontakte das Potenzial, über Vorsorgeangebote mehr Patienten und Kunden zu gesundem Lebensstil zu bewegen und gute Aufklärungsarbeit zu leisten, was die Umfrageergebnisse unterstreichen.
So wünscht sich jeder vierte NRW-Bürger mehr Präventionsangebote von Apothekern. Besonders gefragt sind Angebote zu Ernährung, Bewegung und zum richtigen Umgang mit Medikamenten. Etwa drei von vier Befragten (77 Prozent), die sich mehr Vorsorgeangebote von Apotheken wünschen, sind auch bereit, dafür zu bezahlen. So gut wie alle (90 Prozent) wünschen sich aber eine Finanzierung durch die Krankenkassen.
„Wir können mehr tun, wenn sich die Rahmenbedingungen für Präventionsleistungen der Apotheken verbessern“, sagt Pesch.
Vertrauen in die Apotheken
Neben einer sauberen Rechtsgrundlage für Dienstleistungsverträge zwischen Apotheken und Krankenkassen müsse die Vergütung von Präventionsleistungen geregelt werden. Außerdem sollten Apotheken in den Präventionsleitfaden von Krankenkassen aufgenommen werden.Das Vorsorgepotenzial der Apotheken sei auch deshalb groß ein, weil die Umfrage hohe Vertrauens- und Zustimmungswerte in der Bevölkerung zeige. „Die Zufriedenheit mit dem Apothekensystem ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2008 bewerteten es 57 Prozent in NRW mit gut oder sehr gut. Mittlerweile liegt dieser Wert bei 72 Prozent.