Hagener Gastronome fordern mehr Praxisnähe

Hagen. (lz) „Es gibt auf dem Sektor der Gastronomie einfach Vorschriften, die fern der Arbeitsrealität sind“, klagt Matthias Hummer, Vorsitzender des Dehoga Westfalen in Hagen und selbst Gastronom. Der Hotel- und Gaststättenverband sieht sich immer mehr unerfüllbaren Vorschriften gegenüber, die in diesem Maße kaum umsetzbar sind. Dies kritisierte auch Lars Martin bei der Neueröffnung der Geschäftsräume der Dehoga Hagen am vergangenen Montag, 13. Februar.

„Sei hier Gast“
„An erster Stelle steht nicht der Gast, sondern die Verwaltung“, so Martin. „Und das sollte nicht das Ziel sein“, fügt Hummer an. Die beiden Dehoga-Mitglieder, die an diesem Tag die neuen Räumlichkeiten am Märkischen Ring 58 vorstellen, wissen beide aus Erfahrung, dass politische Entscheidungen wie die „Hygiene-Ampel“ oder die Einhaltung der maximalen Arbeitszeit von zehn Stunden durchaus ihre Mängel haben.
Flexiblere Zeiten
„Gerade bei den Arbeitszeiten geht es nicht darum, die Zeit allgemein zu verlängern, sondern sie zu deregulieren und anders aufteilen zu können“, meint Matthias Hummer. „Wie soll man zum Beispiel einem Gast das Gefühl von gutem Service bieten, wenn sein Kellner, an den er sich gewöhnt hat, abrupt das Handtuch schmeißt, weil seine zehn Stunden um sind und abgelöst wird durch jemand Neues?“
Die Forderung, die mitschwingt, ist klar formuliert: Flexiblere Arbeitszeiten zu gleichen Wochenzeiten, die ein Angestellter machen darf.
Konkrete Vorschriften
Auch bei der „Hygiene-Ampel“ sehen Martin und Hummer so ihre Zweifel, denn die Herren und Damen von der Gesundheitsbehörde prüfen zwar regelmäßig jede gastronomische Einrichtung, jedoch unterliegt diese Kontrolle keinen offiziellen Regelungen. Jeder Gesundheitsbeamte bewertet daher also nach anderen Kriterien und kann so den Ruf eines Geschäftes entweder immens schädigen oder eben mehr Glanz verleihen, als ­eigentlich vorhanden.
„Generell ist das Schöne an der Gastronomie, dass die Leute mit einer positiven Tendenz zu einem kommen und man nirgends so schnell ein Feedback bekommt wie dort“, meint Matthias Hummer. Der Wunsch: „Es wäre schön, wenn auch die Politik uns einfach Gastgeber sein ließe und keine Buchhalter“, so Lars Martin abschließend zu den Forderungen.
Positive Entwicklungen
Allgemein sehen die Gastronome eine positive Entwicklung in Hagen. Die Umsätze stimmen, allein die Ertragslage könnte besser sein.
Allgemein gibt es in Hagen gleichbleibend viele Gäste in den Betrieben, die Kosten laufen allerdings oftmals davon. Nach der Burger-Welle im letzten Jahr sind sowohl Lars Martin als auch Matthias Hummer gespannt, welche neuen gastronomischen Trends sich zukünftig in Hagen durchsetzen werden.