Hagener Handy-Film-Festival

Hagen. (Red./AnS) Der Hagener Hauptbahnhof steht symbolisch für das diesjährige Motto des Hagener „clip:2 Handy-Film-Festivals“: Ankommen. Ein Bahnhof ist ein Ort von Abschied und Wiedersehen, ein Ort, an dem sich Nähe und Ferne kreuzen, an dem neue Wege beginnen oder die Reise endet und wo unterschiedliche, persönliche Geschichten ihren Lauf nehmen. Ein Ort, an dem man ist, um Freunde zu besuchen, um zur Arbeit zu fahren oder zu verreisen. Oder aber auch um anzukommen, in einem unbekannten Land, fernab von seiner Heimat.

Anknüpfungspunkte

Jedes Ankommen setzt voraus, dass man sich vorher auf einen Weg gemacht hat, dass man vielleicht etwas aufgegeben oder beendet hat, um etwas Neues zu beginnen: Neue Schule, neuer Freundeskreis, neue Ausbildungsstelle, neue Uni. Aber man kann auch bei sich Ankommen: Authentisch sein, sich annehmen, gewisse Umstände akzeptieren lernen oder auch Veränderungen zulassen.

Ankommen ist aber auch mit Ungewissheit und Angst besetzt, gerade wenn Veränderungen auf Entscheidungen zurückgehen, die zwangsweise getroffen worden sind. Es gibt also viele verschiedene Anknüpfungspunkte zu diesem Thema, aus denen ganz unterschiedliche Handyfilme entstehen sollen.

Jugendliche zwischen zwölf und 27 Jahren sind dazu aufgerufen, ihre eigenen kreativen Beiträge zu dem Thema zu filmen und ihre eigene Story zu entwickeln. Neben dem jährlich wechselnden Motto gibt es noch ein paar Vorgaben: Die maximale Länge des Films darf die Dauer von zwei Minuten nicht überschreiten, erlaubt sind nur Handys, Smartphones und Tablets sowie die Verwendung gemafreier Musik. Wichtig sind der Themenbezug und die kreative Umsetzung.

Hochaufösende Filme

Als das Hagener Handy-Film-Festival im Jahr 2008 an den Start ging, da ließ die pixelige Auflösung der kleinen Tastentelefone keinen Zweifel daran, dass die eingereichten Filme mit dem Handy gedreht wurden. Heute, sechs iPhone-Generationen später, sind nicht nur die Tasten und Pixel verschwunden, die Kamera des inzwischen Smartphone getauften Arbeitsgerätes liefert hochauflösende Bilder und sogenannte Apps steuern Special-Effekte bei oder helfen beim Schnitt des Filmes.

Allen technischen Entwicklungen zum Trotz geht es der Veranstaltergemeinschaft – bestehend aus Medienpädagogen, Sozialarbeitern und Filmbegeisterten – damals wie heute aber nicht so sehr um die technische Brillanz der eingereichten Filme. Vor allem wollen sie die jugendlichen Teilnehmer zum durchaus kritischen Umgang mit dem Handy oder Smartphone anregen und beispielsweise auf dem Schulhof gedrehten erniedrigenden Szenen entgegen wirken. Die Nutzung des Mediums Handy soll somit um einen künstlerisch-kreativen Aspekt  erweitert werden.

„clip:2“ ist ein Filmfestival für „Ersttäter“ – filmische Erfahrung ist weniger wichtig als die Lust, etwas Eigenes zu machen, sich eine Geschichte auszudenken und zu versuchen, sie in Bilder umzusetzen.

Neu: Bewertung nach Alter

Dieses Jahr außerdem ganz neu: Es gibt drei Alterskategorien, in denen von einer Jury bewertet wird: von zwölf bis 14, von 15 bis 17 und von 18 bis 27 Jahren. Damit sollen den jüngeren Filmemachern noch mehr Chancen eingeräumt werden. Der Publikumspreis gibt allen aber noch eine Extra-Chance.

Auf die Gewinner warten tolle Sach- und Geldpreise im Gesamtwert von über 2000 Euro, die beim großen Filmfest am Freitag, 27. November, im Lutz Hagen verliehen werden. Wie immer gibt es ein volles Rahmenprogramm mit Musik, Showeinlagen und natürlich den Gewinnerfilmen. Alle Infos gibt es auf www.clip2-filmfestival.de.