Hagener Musicalstar in der Rocky Horror Show

Hagen. (MoMa) Der Grundstein für seine musikalische Laufbahn wurde schon im Kinderchor in Manchester gelegt. Mit zehn Jahren hat er dann Elvis Presley für sich entdeckt, und es war sehr schnell klar: Er wollte Popsänger werden. Henrik Wager imitierte und bewegte sich wie der King of Rock‘n Roll, der für ihn zu einer Heldenfigur wurde.

Musicalstar Henrik Wager schlüpft in den nächsten Monaten im Theater Hagen in verschiedene Rollen - so spielt er ab Januar 2012 in der „Rocky Horror Show“. Zunächst können wir ihn aber noch in „Jekyll & Hyde“ sehen. (Foto: Theater Hagen)

Um seinem Traumberuf als Popsänger näher zu kommen, entschied er sich, nach seiner Zeit im Weltjugendchor, für eine künstlerische Ausbildung an der School of Performing Arts und am Konservatorium in Birmingham. Danach begann eine Phase in London, in der er mit Größen des Musik-Business zusammenarbeitete. Die Liste der Künstler liest sich wie das Who-is-Who des Musikgeschäfts: José Carreras, Andrew Lloyd Webber…

Mit Webber

Insbesondere an die Zusammenarbeit mit Andrew Lloyd Webber – dem Komponisten von „Cats“, „Evita“, vom „Phantom der Oper“ und dem „Starlight Express“ – erinnert er sich gerne zurück. „Er wollte sich seine neuen Stücke immer mit Klavierbegleitung anhören, wozu er auch drei bis vier Sänger benötigte. Wir trafen uns in seinem Wohnzimmer und haben vom Blatt gesungen, da die Noten zuerst geheim waren. Das war für mich wie eine Feuertaufe“, so Henrik Wager.

Von 1993 bis 2003 tourte er mit seiner A-cappella-Band „Flying Pickets“ durch die Welt, bis er bei seinem ersten Vorsprechen am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken gleich die Hauptrolle – Boudouno – in dem Musical „Arena“ bekam. Nebenbei gründete er eine Musikproduktionsfirma in Köln, für die er auch als Schreiber und Produzent tätig ist, u.a. bei Auftritten mit Stefan Raabs „TV Total Band“ und „The Heavytones“.

Lieber im Theater

Mittlerweile gehört er zu den erfolgreichsten Musicalstars im europäischen Raum und verkörperte bereits alle großen Rollen in zum Beispiel „Jesus Christ Superstar“, „Jekyll & Hyde“, „Gaudi“, „Chess“ und „Hair“. Wenn man sich in seiner Biographie die Häuser anschaut, an denen er als Musicaldarsteller engagiert war, stellt man fest, dass es – mit einer Ausnahme – nicht die speziell errichteten Musicalstätten sind, die er für seine künstlerische Arbeit favorisiert, sondern die internationalen National-, Staats- bzw. Stadttheater.

„Die kommerziellen Musicaltheater erinnern mich in ihrer Arbeitsweise an Graffitisprayer; nur wenig ist wirklich Kunst und im schlimmsten Fall vergleichbar mit Vandalismus“, hält er fest. Es sei alles schon festgelegt, in Schemata gepresst. „Man hat keine Freiräume, sich zu entwickeln“, ergänzt er. Deshalb umgibt er sich lieber mit Fachleuten an den Stadttheatern, die einen ernsthaften künstlerischen Anspruch haben, und deren Denken nicht ausschließlich kommerziellen Aspekten unterliegt.

„Jekyll & Hyde“ und „Rocky Horror Show“

Am 13. Juni 2011 um 18 Uhr wird Henrik Wager in der Titelrolle in der vorletzten Aufführung von „Jekyll & Hyde“ im Theater Hagen zu erleben sein. Die Zuschauer erwartet ein spannender Psycho-Thriller, gespickt mit raffiniert-schaurigen Klangeffekten, Rockelementen und wunderschönen Popballaden. Auf die Frage, was das Besondere an seiner Rolle des Jekyll/Hyde ist, meint er: „Jeder trägt ,einen Teufel‘ und ,einen Engel‘ in sich. Und wenn wir eine Entscheidung fällen müssen, haben wir die Chance zu wählen zwischen richtig und falsch.“

Und ab dem 14. Januar 2012 wird er die Rolle des skurrilen Hausherren Frank‘n Furter in dem Kultmusical „The Rocky Horror Show“ am Theater Hagen übernehmen. Darauf darf man sich schon jetzt freuen…