Hagener OB Dehm sorgt für Überraschung

Hagen. (ME) Als die hiesige Wirtschaftsförderung vor zwei Jahren neu geregelt worden und die Hagen-Agentur entstanden war, verlor Hagens Oberbürgermeister-Stellvertreter Dr. Christian Schmidt dort seine Pöstchen und Einkünfte. Sein Chef, OB Jörg Dehm, beschloss daraufhin, dem 1. Beigeordneten Schmidt diesen Abgang „erträglicher“ zu gestalten und bewilligte ihm eigenmächtig 2012 ein Beraterhonorar in Höhe von 37.000 Euro. Das hätte Dehm so nicht tun dürfen. Als dies bekannt wurde, ermittelte nicht nur die eigene städtische Rechnungsprüfungsbehörde gegen Dehm und Schmidt, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Jetzt hat der Staatsanwalt vorgeschlagen: Zahlt Dehm 20.000 Euro Strafe, wird der Fall zu den Akten gelegt.

Soweit die juristische Aufarbeitung. Hinzu kommt jetzt die politische Dimension – Dehm hat erkannt, dass er sich unter diesen Umständen nicht mehr im OB-Amt halten kann. Er will deshalb im Mai abtreten – sprich: in einem halben Jahr müssen die Volmestädter ein neues Stadtoberhaupt wählen. Diese Entwicklung war sicherlich nicht zu erwarten und führt dazu, dass alle Parteien schleunigst ihre Kandidaten für den OB-Sessel suchen müssen.

In der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag stand neben dem „Fall Dehm“ auch die nächste dringend erforderliche Sparrunde auf der Tagesordnung. Eine moderate Anhebung der Hundesteuer wurde ebenso beschlossen wie die Erhöhung der VHS-Entgelte und der Parkgebühren. Das Römer-Lennebad in Hohenlimburg bekommt vorerst eine Galgenfrist.

Nach diesen Beschlüssen können die versprochenen 36 Millionen Euro aus dem NRW-Stärkungspakt-Topf an die Volme fließen.