Hagener Osterkirmes 2014

Hagen. (as) Die Vorfreude war ihnen anzusehen. Die Vorfreude auf die nach Hasper Kirmes und Hagener Weihnachtsmarkt traditionsreichste heimische Veranstaltung. Am vergangenen Freitag präsentierten die Vorstandsmitglieder des Hagener Schaustellervereins Zeitplan und Programm der 54. Osterkirmes vom 19. bis zum 27. April auf dem Otto-Ackermann-Platz auf dem Höing.

Die Schausteller scherzten und strahlten, als sie all die Kirmesattraktionen auflisteten, mit denen sie den Besuchern viele schöne Stunden bereiten möchten. Dabei ist vielen Schaustellern und ihren Familien tief im Herzen gar nicht zum Lachen zumute. Doch davon später.

„Wir lieben Traditionen“, sagt Dirk Wagner, Vorsitzender des Hagener Schaustellervereins. Und sie zelebrieren sie. So wird auch in diesem Jahr bei der Eröffnung der Osterkirmes durch Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer am Samstag, 19. April, um 14 Uhr ein Freibierfass für die Besucher angestochen. „Wir gehören zu den ganz Wenigen, die diesen alten Brauch noch aufrecht halten“, sagt Dirk Wagner. Gleichzeitig bieten die Schausteller eine Happy Hour an. Eine Stunde lang bezahlen Neugierige und Abenteuerlustige an allen Karussells nur einen Euro pro Fahrt.

Von 14 bis gegen 22 Uhr ist die Osterkirmes geöffnet. Jeden Tag – bis einschließlich Sonntag, 27. April 2014.

Eine Taufe auf dem Autoscooter

Eine besondere Feier steht für die Schausteller und ihre Familien am Ostersonntag, 20. April, um 10 Uhr an. Auf dem Autoscooter feiern sie einen Gottesdienst. Mehr noch: Bei diesem Gottesdienst wird David Gusik, Sohn von Schriftführer Daniel Gusik, getauft. Willkommen sind natürlich alle Hagenerinnen und Hagener, die den Gottesdienst gemeinsam mit den Schausteller-Familien begehen möchten.

Der traditionelle Familientag ist für Mittwoch, 23. April, vorgesehen. An diesem Tag wird nur der halbe Fahrpreis an den Karussells erhoben. Außerdem gelten stark reduzierte Preise an allen anderen Verkaufsgeschäften. Mit langen Schlagen rechnen die Schausteller auch in diesem Jahr wieder vor dem kostenlosen Kinderschminken.

„Höing in Flammen“ heißt es am Freitag, 25. April. Gegen 21 Uhr, vielleicht ein paar Minuten später, wird das von allen Hagenerinnen und Hagenern geliebte Höhenfeuerwerk entzündet.

Die „Lady Time“ lockt am Samstag, 26. April, auf den Otto-Ackermann-Platz. Alle Ladys drehen ihre Runden auf den Karussells für nur einen Euro – und zwar von 18 bis 22 Uhr.

Am Sonntag, 27. April, gegen 22 Uhr ist wieder alles vorbei. Dann werden die Achterbahn Mexico City, das Überschlags-Fahrgeschäft Phoenix, der Barockflieger, das Geisterhotel und all die anderen Fahr-, Lauf- und Simulationsgeschäfte wieder abgebaut.

Sorgen und Nöte der Schausteller

Bei aller Freude über das anstehende Volksfest. Viele Sorgen liegen nicht nur den Hagener, sondern für allen deutschen Schaustellern auf dem Herzen. „Das ist existenziell“, sagt Dirk Wagner. „Manche Schausteller können nicht mehr rausfahren.“

Schausteller-Familien, die ein Fahrgeschäft betreiben, das vor 2007 gebaut wurde, sind arg betroffen. Um eine Genehmigung für ihr Fahrgeschäft zu bekommen, werden sie jetzt nach einer neuen Norm geprüft. Viele müssen Gutachten erstellen und Fahrgeschäfte nachrüsten lassen. Da können schnell Summen von 100.000 Euro pro Karussell zusammen kommen.

Schwierig wird es für Schausteller zunehmend in Städten. Wenn die Umweltzone die grüne Plakette verlangt, ist für manche alte Jahrmarkt-Schnauferl häufig der Weg beendet. Nicht geht mehr. Kirmesplätze sind nicht mehr zu erreichen.

Die Sorgen sind drückend für die Schausteller. Doch ab dem nächsten Samstag, 19. April, werden sie erst einmal ganz weit beiseite gelegt. Dann wird gefeiert. Denn: „Brauchtum und Volksfeste wie unsere Osterkirmes sind ein ebenso wertvolles Kulturgut wie Theater und Museen“, sagt Dirk Wagner. Die Kirmesfreunde werden ihm zustimmen – und gerne auch mal ins Theater und ins Museum gehen.