Hagen. (AnS) In welchen Abfallbehälter kommt der leere Milchkarton? Wo hinein gehört die leere Zahnpastatube? Was ist mit den vollgeschriebenen Schulheften? Für die 18 Schüler der Vorbereitungsklasse 2 der Realschule Halden steht eine ganz besondere Unterrichtsstunde auf dem Lehrplan: Abfallpädagogik.

Christopher Viardo vom HEB Hagen steht statt einer Lehrkraft vor den Jugendlichen aus Syrien, Rumänien oder Bulgarien und erklärt, was es mit der Mülltrennung auf sich hat. Auch wenn viele Schüler durchaus schon Vorwissen aus ihrem Heimatland mitbringen, der Lerneffekt ist hoch.

Mit einfachsten Mitteln erklärt der 36-Jährige, der auch in Hagener Grundschulen und Kindergärten unterwegs ist, wie die Mülltrennung in Deutschland funktioniert. Zwei kleine Mülleimer und ein gelber Sack werden ganz praktisch befüllt.

Ob der Teddybär in den Restmüll gehört? Aber was ist mit der Glasflasche? Christopher Viardo erklärt geduldig, kurz darauf dürfen die Schüler ihr Wissen testen. Drei einfache Pappen in den Farben blau für Papier, schwarz für Restmüll und gelb für Verpackungen müssen mit Abfall-Bildern bestückt werden und werden als Erinnerungsplakate in der Klasse aufgehängt.

Sehr motiviert

Der HEB-Mitarbeiter ist zufrieden mit seinen Schützlingen. „Wenn man bedenkt, dass die Schüler erst seit September wieder die Schulbank drücken und nur wenige bis gar keine Deutschkenntnisse hatten“, erklären Schulleiterin Ulrike Tollkötter und Lehrerin Miriam Osterfeld. Die 100 Schüler – es sind Zuwanderer, die in der Berchumer Straße „schulisch“ beheimatet sind – seien sehr wissbegierig.

Weitere Projekte

Weitere Projekte in Sachen Müll sollen folgen, auch wieder in Zusammenarbeit mit dem HEB. „Seit drei Jahren bieten wir die Abfallpädagogik an,“ erklärt HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch. „1000 Kinder pro Jahr nehmen teil, wir können uns vor Anfragen kaum retten.“

Zur Abfallpädagogik gehört auch ein Besuch, bei dem Papier recycelt wird, und – äußerst beliebt – Müllwagenfahrten.

Die Kinder der Außenstelle der Realschule in der Berchumer Straße werden auch diese Phasen durchlaufen. Sie sammelten am gestrigen Freitag erst einmal im Rahmen der Aktion „Sauberes Hagen“ Müll gemeinsam mit den „Kollegen“ von der Lützowstraße ein. „Wir wollen Begegnungen schaffen und eine Schule werden – auch mit einem Abstand von 2,2 Kilometern“, erklärt die Schulleiterin.

Viel gelernt

Die Schüler haben jedenfalls viel gelernt, die mitgegebene Abfallfibel in zwölf Sprachen werden sie daheim Eltern und Geschwisterkindern stolz erklären können und so ihr erworbenes Wissen weitergeben.