Hagener Straßenbahn: Bestes Ergebnis seit 27 Jahren

(Foto: Ines Hyla)

Rund 33 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 die modernen und umweltfreundlichen Hagener Busse. (Foto: Ines Hyla)

Hagen. (ME) Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-­GmbH (HVG), „Mutter“ unter anderem der Straßenbahn-AG, zählt mit fast 1.200 Mitarbeitern mittlerweile zu einem der größten Arbeitgeber in unserer Stadt. „Gemessen und bewertet wird ein Unternehmen jedoch nicht nur an seiner Größe, sondern insbesondere an seiner Dienstleistungsqualität sowie am wirtschaftlichen Erfolg“, erläuterte unlängst HVG-Geschäftsführer Christoph Köther im Gespräch mit dem Wochenkurier. Die HVG sei ausgesprochen erfolgreich unterwegs und brauche sich keinesfalls zu verstecken.

100.000 Menschen
Ein kurzer Blick auf die “Töchter“ Straßenbahn, Hagenbad, Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB), Stadthalle Hagen, Betrieb für Sozialeinrichtung Hagen und Werkhof zeigt deren Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in Hagen.
Mehr als 100.000 Menschen nutzen die HVG-Leistungen täglich. Sie fahren mit dem Bus, besuchen die Sauna, nutzen saubere und schneefreie Straßen oder besuchen Veranstaltungen in der Stadthalle.
„Bei so vielen Kundenkontakten ist es für uns sehr erfreulich, dass uns Umfragen immer wieder zeigen, dass die Kundenzufriedenheit insgesamt recht hoch ist“, so der stolze Geschäftsführer.
Erfreut zeigt sich Köther auch über das Geschäftsergebnis des vergangenen Jahres, das den Wirtschaftsplan deutlich übertrifft. „Die Geschäftszahlen belegen erneut, dass die HVG auf dem richtigen Weg ist. Insbesondere mit den sehr guten operativen Ergebnissen unserer Gesellschaften haben wir die seit Jahren positive Entwicklung trotz Kostensteigerungen fortführen können“, erklärt Köther.
HVG nur mit 15 Millionen im Minus
Insgesamt verzeichnet die HVG für das Geschäftsjahr 2016 zwar eine Unterdeckung von rund 14,6 Millionen Euro. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass hier die erneut ausgefallene Enervie/Mark-E-Dividende in Höhe von 7,25 Millionen Euro fehlt.
Bereinigt um Sondereffekte – unter anderem war das Vorjahresergebnis durch einen ehemaligen Ertrag von rund sechs Millionen Euro aufgrund der Veräußerung von Fondsanlagen geprägt – konnte das gute Ergebnis des Vorjahres noch einmal um 1,4 Millionen Euro verbessert werden. Ausschlaggebend für diese weitere Ergebnisverbesserung waren viele kleine Verbesserungen. Ein Beispiel für die sinnvolle Nutzung von Synergien ist das neue „Service-Center Hagen“. Die Kundencenter von HVG und Hagen-Agentur teilen sich seit letztem Jahr an der Körnerstraße eine gemeinsame Anlaufstelle für die Bürger. Das spart Kosten und vielen Hagenern unnötige Wege.
Die Straßenbahn AG fuhr 2016 das beste Ergebnis seit 27 Jahren ein. Damit hat das Verkehrsunternehmen nicht nur den Plan übertroffen, sondern auch das bereits sehr gute Ergebnis des Vorjahres getoppt.
Einen deutlichen kostensenkenden Betrag leisteten die erneut günstigen Treibstoffpreise. Ebenso wirkten sich der Verkauf des Hasper Sander-Betriebshofes sowie die Integration der Tochter „Sander“ in die betrieblichen Abläufe der Hagener Straßenbahn sehr positiv aus. Insgesamt fuhren 2016 rund 33 Millionen Fahrgäste mit der Busflotte, die im letzten Jahr erneut verjüngt wurde. Mit der letzten Anschaffung – acht Gelenkbusse von Solaris – umfasst der Fuhrpark jetzt 140 modernste Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von etwa sechs Jahren. Die Busse entsprechen dem gegenwärtig anspruchsvollen europäischen Abgasstandard und verfügen über Ruß- und Stickoxidfilter.
An den Kundenwünschen orientiert sich auch die neue App der Hagener Straßenbahn, die in 2016 entwickelt und seit einigen Wochen im App-Store sowie im Goggle-Play-Store erhältlich ist. Diese HST-App enthält neben einer komfortablen Fahrplanauskunft auch einen integrierten Ticketshop.
675.000 Bade-Gäste
Die Hagenbad GmbH konnte die Besucherzahlen nochmals leicht steigern, auf insgesamt 675.000. Den Löwenanteil am Gesamtbesucheraufkommen hat das Westfalenbad. Es verzeichnet mit nunmehr 550.000 Besuchern rund 10.000 Besucher mehr als im Vorjahr.
Zu diesem Rekordwert trugen auch die etwa 150.000 Gäste aus der Region um Hagen und aus dem Ruhrgbiet bei. Diese Entwicklung ließ die Umsatz­erlöse von Hagenbad auf jetzt 4,5 Millionen Euro steigen.
Bald mit Solebecken
In wenigen Monaten steht im Westfalenbad eine weitere Investition an. Bis Ende des nächsten Jahres soll im Sauna-Außenbereich ein neues komfortables Solebecken einschließlich eines Whirlpools mit einer Wasserfläche von rund 70 m² entstehen. Das Becken soll einen senioren- und behindertengerechten Zugang erhalten und ist zur zusätzlichen Erhöhung der Aufenthaltsqualität mit einem unmittelbar angrenzenden großzügigen Sonnenliegedeck versehen. „Diese Investition ist sinnvoll, um die Attraktivität der Anlage zu steigern und um die positive Entwicklung in diesem Bereich fortzuführen“, erläutert Christoph Köther.
Ziele erreicht
„Die im Vorjahr erfreulichen Ergebnisse der Gesellschaften BSH und Werkhof waren ebenfalls keine Eintagsfliegen“, resümiert Köther. Werkhof und BSH verbesserten weiter ihre Geschäftszahlen. Beide erreichten sogar ihr seit der Eingliederung in den HVG-Konzern bestes Ergebnis.
Auch der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) hat das Planergebnis 2016 deutlich übertroffen. Auf die HVG entfällt dabei eine anteilige Gewinnausschüttung von rund 740.000 Euro. Allerdings wird entsprechend den Vereinbarungen in gleicher Höhe der Zuschuss der Stadt Hagen an die HVG gekürzt, so dass bei der HVG hieraus kein Liquiditätsvorteil verbleibt.
Die Integration der HEB in den HVG-Konzern hat neue Möglichkeiten mit sich gebracht: Zum Beispiel nehmen die HEB-Fahrer nun an den Fahrerschulungen der Hagener Straßenbahn teil. Externe Aufwände entfallen damit. Auch die Stadthalle erreichte im Wesentlichen ihre Geschäftsziele.
Aus der Sicht des Steuerzahlers ist es natürlich erfreulich, dass von Christoph Köther derartig positive Zahlen vermeldet werden konnten – schont dies doch die Geldbeutel der Hagenerinnen und Hagener.