Hagens Blätterhöhle bleibt ein Riesenthema

Hagen. Am 2. Septemberwochende steht wieder – wie immer seit 25 Jahren – der Tag des offenen Denkmals auf der Agenda. Diesmal geht es vor allem um „Verbindendes“. Auch Hagen macht mit. So gibt es am Nachmittag eine Stadtrundfahrt mit Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff (Heimatbund) – er zeigt von 15 bis circa 17.30 Uhr allerlei Sehenswürdigkeiten zur Verkehrsgeschichte.

Besonders intensiv widmet er sich in diesem Zusammenhang dem Eisenbahnpionier Friedrich Harkort, der in diesem Jahr 225 Jahre alt geworden wäre (Anmeldung per Mail: info@michaeleckhoff.de, Kostenbeitrag: 10 Euro). Los geht es an der Wendeschleife von Wasserschloss Werdringen. Das Schloss wird ansonsten ab 11 Uhr vom Thema „Blätterhöhle“ dominiert. Ihre sensationellen Funde werden in mehreren Vorträgen vorgestellt. Aktuell „läuft“ in Holthausen die 11. Grabungskampagne.

Doch die Blätterhöhle steht in Kürze auch überregional im Mittelpunkt. Über 1.000 herausragende archäologische Funde aus ganz Deutschland sind ab dem kommenden Herbst im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen die Sonderausstellung „Bewegte Zeiten“ über Archäologie in Deutschland vom 21. September 2018 bis zum 6. Januar 2019. Die Ausstellung ist Teil des Europäischen Kulturerbejahres 2018 (ECHY). Unter den hochrangigen Exponaten – von insgesamt 70 Leihgebern aus allen Bundesländern – werden auch Funde der Hagener Blätterhöhle sein.

Spuren aus der Eiszeit

Die Höhle in Holthausen wurde in der Steinzeit immer wieder von Menschen aufgesucht. Die Funde hier reichen mindestens bis zur letzten Eiszeit vor ca. 11.600 Jahren zurück.
Aus der Blätterhöhle stammt auch der früheste Schädel eines Menschen aus Westfalen. Er datiert in die Zeit um 8.700 vor Christus und ist damit der Nachweis des ältesten modernen Westfalen.

Besonders interessant ist auch der Vorplatz der Blätterhöhle. Dort lässt sich eine einzigartige Abfolge von mittelsteinzeitlichen Siedlungsphasen nachweisen. Zu den Funden gehören typische Steinwerkzeuge – wie zu einem großen Teil Pfeilspitzen in verschiedenen Formen.
Gefunden wurden auch Knochen von Tieren, die zu der Zeit eher in Westeuropa zu finden sind und die damit um 9.600 vor Christus erstmals in Deutschland auftauchen. „Bewegte Zeiten“ ist die erste Zusammenschau zur Archäologie in Deutschland seit 15 Jahren.