Hagens Bürgermeister

Liselotte Funcke: Zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte der Volmestadt entstammen ihrer Feder. In dieser Woche hat sie die die heimische Bücher-Landschaft erneut bereichert. „265 Jahre Bürgermeister der Stadt Hagen“ heißt ihr soeben erschienenes Werk. (Foto: wochenkurier)

Hagen. (ME) Liselotte Funcke, Hagens Ehrenbürgerin, war schon früher nie „nur“ als Politikerin aktiv, sondern zum Beispiel auch als Heimatforscherin. Zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte der Volmestadt entstammen ihrer Feder. In dieser Woche hat die knapp 93-Jährige die heimische Bücher-Landschaft erneut bereichert. „265 Jahre Bürgermeister der Stadt Hagen“ heißt ihr soeben erschienenes Werk.

Liselotte Funcke betont: „Über Hagen ist in der Vergangenheit viel geforscht und geschrieben worden, aber nur wenig weiß man über die Personen, die an der Spitze von Rat und Verwaltung die Stadt repräsentiert haben. Von Dr. Heinrich Wilhelm Emminghaus an, der bei der Verleihung der Stadtrechte an Hagen 1746 zum ’dirigierenden Bürgermeister’ ernannt wurde, haben 32 (Ober-)Bürgermeister die Geschicke der Stadt entscheidend geprägt. Von ihnen und ihrem Wirken will mein Buch erzählen und dabei etwas von Hagens Geschichte lebendig machen.“

Es sei nicht leicht gewesen, Daten und Fakten besonders der frühen Amtsinhaber aufzuspüren: „Nur wenige Unterlagen sind vorhanden, und diese zeigen nicht selten Unklarheiten und Widersprüche. Viele Archivbestände sind im Krieg verbrannt, andere wurden nicht ausgewertet, so dass manche Bürgermeister nahezu verschollen sind. Über sie konnte trotz langem Suchen nur in stadtgeschichtlichen Ereignissen berichtet werden.“

Die Lebensbilder der Bürgermeister enden mit Rudolf Loskand. Es werde Aufgabe späterer Autoren sein, über die Wirksamkeit der heute noch lebenden Amtsinhaber Renate Löchter, Wilfried Horn, Dietmar Thieser, Peter Demnitz und Jörg Dehm zu berichten.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stellvertreter der Oberbürgermeister als Bürgermeister bezeichnet. Diese „neuen“ Bürgermeister sind in diesem Buch nicht genannt, doch dürfte es interessant sein, auch deren Leben und Wirken nachzuspüren. So ist zum Beispiel der Bürgermeister Heinrich Willde zum Ehrenbürger ernannt und auf Emst mit der Bezeichnung einer Straße geehrt worden.

Offiziell vorgestellt wird das Buch – an dessen Zustandekommen auch Rudolf Pesch, Jochen Becker und Horst Kniese beteiligt waren – am Samstag, 16. April 2011, um 11.15 Uhr, mit einer Lesung bei Thalia in der Elberfelder Straße. Die Präsentation übernimmt Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer. Das 72 Seiten starke Werk kostet 9,90 Euro.