Hagen. (ME) In den Augen vieler – vor allem älterer – Hagener ist der hölzerne, mit zahllosen Nägeln beschlagene „eiserne Schmied“ ein überaus positiv gewertetes Denkmal.

Glauben doch etliche Volmestädter bis heute, die 1915 durch das „Benageln“ eingenommenen Spenden seien für soziale Zwecke wie die Unterstützung von Kriegswitwen und -waisen verwendet worden. Doch in Wirklichkeit half er vor allem mit, die deutsche Kriegskasse im Ersten Weltkrieg zu füllen.

Bis 2021 eingelagert

Als mahnendes Denkmal begrüßte der „Eiserne Schmied von Hagen“ über drei Jahrzehnte lang die Besucher im Eingangsbereich des Stadtmuseums, zunächst an der Hochstraße, dann in der Eilper Wippermann-Passage.

Am Montag musste der Riese nach dem Auszug des Museums als letztes Objekt seinen Standort in der ehemaligen Kettenfabrik verlassen. Ab 2021 wird er an neuer Stelle gezeigt – wahrscheinlich abermals im Eingangsbereich des Stadtmuseums. Dies wird am Museumsplatz sein. Bis dahin wird der Koloss eingelagert.

Besonderes Symbol

Als in Hagen kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs die Idee aufkam, eine Skulptur aufzustellen und sie – gegen Spenden – benageln zu lassen, waren sich die seinerzeitigen Stadtväter schnell einig: Man wollte einen Schmied haben. Das sei in Hagen besonders symbolträchtig. Gefertigt wurde er dann vom Dortmunder Bildhauer Friedrich Bagdons.

„Unter den wenigen noch bekannten Nagelfiguren aus der Zeit des Ersten Weltkriegs nimmt dieser ‚Eiserne Schmied‘ eine besondere Stellung ein. Er ist eine der wenigen noch erhaltenen Statuen aus dieser Zeit und somit ein wichtiges Zeugnis jener Epoche“, weiß Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Geschichte der Stadt Hagen.

Der "Eiserne Schmied" zieht um.

Heute Morgen ist mit dem „Eisernen Schmied“ ein Stück Hagener Stadtgeschichte als letztes Exponat des Stadtarchivs aus der Wippermann-Passage ausgezogen. Bis er 2021 das Kunstquartier beziehen darf, wird er nun sicher eingelagert.

Posted by Wochenkurier on Montag, 26. Februar 2018

Schwerer Riese

Sechs Meter misst der Koloss und bringt eine knappe Tonne auf die Waage, von innen ist die Holzfigur hohl. Trotzdem war der Umzug am Montag im wahrsten Sinne des Wortes ein schweres Unterfangen: „Für die Verladung haben wir ein spezielles Gerüst angefertigt, welches das Gewicht der Statue beim Anheben verteilt. Außerdem wird der Schmied mit Schaumstoff und Passhölzern geschützt“, erklärte Hermann Bauschulte von der beauftragten Hagener Montagefirma Nockemann. Sechs Mitarbeiter waren mit dem Umzug betraut, welcher durch ein ausgebautes Fenster aus dem Gebäude gehoben wurde.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verschwand der „Eiserne Schmied“ zunächst von der Bildfläche. „Im Dritten Reich instrumentalisierten die Nationalsozialisten die heldenhaft anmutende Statue für ihre Ideologie. Im Januar 1934 stellten sie ihn in der Säulenhalle des Hagener Rathauses auf“, erzählt Ralf Blank.

Zum Jubiläum

Nach Kriegsende wurde er lange Zeit in einem unteren Flurbereich des alten Rathaus-Flügels präsentiert. Ab 1984 zeigte das Stadtmuseum den „Eisernen Schmied“ und würdigte ihn kritisch.

Im Jahr 2021 feiert Hagen die vor 275 Jahren erfolgte Stadtrechtsverleihung. Dann soll auch das Stadtmuseum wieder geöffnet sein – mit dem „Eisernen Schmied“ als wichtigem Ausstellungsstück.