Hagens erster Dechant starb vor 140 Jahren

Hagen. (anna/ME) Auf ein wichtiges Datum zur Kirchengeschichte Hagens hat jetzt Heimatforscher Peter Arnold hingewiesen: Im Juli 1876, also vor genau 140 Jahren, starb einer der bedeutendsten hiesigen Pfarrer des 19. Jahrhunderts: Friedrich Carl Schnettler. Er war Mit­initiator des Marienhospitals an der Bergstraße (das es wohl nicht mehr lange geben wird) und des Kolpingvereins.
Geboren wurde er am 15. April 1810 in Altenhagen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Buscheyfriedhof. Sein Antlitz ist durch eine Fotografie überliefert, die wahrscheinlich im Monat seines Todes aufgenommen worden ist. Bei diesem „Lichtbild“ dürfte es sich um eines der ältesten erhaltenen Porträtfotos der Volmestadt handeln.

Erster Dechant

Ein Vierteljahrhundert lang amtierte Friedrich Carl Schnettler als Sankt-Marien-Pfarrer. Die Zahl der Katholiken stieg in dieser Epoche infolge der Industrialisierung stark an. 1858 war deshalb ein eigenes Dekanat Hagen mit fünf Pfarreien errichtet worden. Pfarrer Schnettler wurde der erste Dechant, eine Ehrung für die Mutterpfarrei an der Marienstraße.
Unter Dechant Schnettler wurde auch dem Schulwesen besondere Aufmerksamkeit zuteil, da die Zahl der katholischen Kinder ebenfalls erheblich gestiegen war. Außer dem Bau von Volksschulen schenkte der Pfarrer dem höheren Schulwesen viel Beachtung. Da die im Jahr 1858 gegründete Hagener Realschule ausschließlich „protestantischen Charakter“ hatte, sorgte Schnettler dafür, dass im Jahr 1863 eine katholische höhere Schule aus der Taufe gehoben werden konnte.

Katholisches Viertel

1857 war auf Initiative Schnettlers das Marienhospital errichtet und im gleichen Jahr den Vinzentinerinnen übertragen worden. Nicht weit entfernt von der Marienkirche entstand auf dem Grund und Boden des Hospitals schon 1863 der Bau eines Gesellenhauses des späteren Kolpingvereins.
So entstand ein kleines „katholisches Viertel“ im Bereich der Marienstraße, wobei sich die Kirche selbst noch nicht am heutigen Ort befand, sondern an der Mittelstraße. Ein „steinernes Quadrat“ im Pflaster der Marienstraße nahe ihrer Einmündung in die Mittelstraße veranschaulicht, wo einer der beiden Türme in der Zeit Schnettlers stand.