Hagens OB blickt zurück: Isek, Westside und Böhfeld

Hagen. Wir setzen im Wochenkurier den Rückblick von Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf das sich dem Ende zuneigende Jahr 2018 fort. Heute folgt Teil 2 – unter anderem mit Isek, „Westside“ und Böhfeld. Schulz schreibt:

Mobilität, Freizeit und Umwelt: all dies sind ganz wichtige Themen, die verständlicherweise einen breiten Raum bei den vielfältigen öffentlichen Diskussionen und gut besuchten Beteiligungsformaten im Jahreslauf rund um das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) eingenommen haben. Unter der wegweisenden Marke „Hagen plant 2035“ werden in diesem Prozess die strategischen Leitlinien und Ziele der städtischen Entwicklung für die kommenden Jahre und Jahrzehnte klar formuliert.

16 Ziele

Die Ergebnisse der breit aufgestellten Beteiligung von Bürgern, Organisationen und der Politik sind eingeflossen in 16 strategische Ziele, die der Rat der Stadt in seiner letzten Sitzung des Jahres verabschiedet hat. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Konzeptes im kommenden Jahr wird es nun weitere öffentliche Runden und Fachforen und eine neue Onlinebeteiligung geben, ehe dann vermutlich im Frühsommer in einer Hagen-Konferenz die Ergebnisse final vorgestellt werden können.

Schulen, Kiga- und OGS-Ausbau

Gut vorangekommen sind wir in den zurückliegenden knapp zwölf Monat auch beim weiteren Ausbau und der Sanierung unserer Kindergärten und Schulen. Dank gleich mehrerer, insgesamt über 60 Millionen Euro umfassender Landes- und Bundesförderungen können wir dringend notwendige Maßnahmen durchführen.

Diese Investitionen in unsere Bildungslandschaft werden über die kommenden Jahre verteilt den Standard unserer Bildungseinrichtungen spürbar heben. Bei der Umsetzung dieser Förderprogramme, die sich neben der baulichen Seite auch um eine bessere Ausstattung der Einrichtungen kümmern, ist Hagen – im Vergleich zu anderen Städten – übrigens ausgesprochen gut im Plan. Nicht zuletzt ein Verdienst der guten Planung in der Schul- und Bauverwaltung.

Johanniskirche in Hagen
Zu den vielen Hagener Baumaßnahmen des Jahres 2018 gehört auch der Ausbau der Johanniskirche am Markt: Hier wird ein Veranstaltungsraum errichtet. (Foto: Michael Eckhoff)

Parallel zu diesen Maßnahmen wird mit Hochdruck auch an der Digitalisierung der Schulen gearbeitet, um diese zukunftssicher mit den entsprechenden Anschlüssen zu versorgen. Bis spätestens zum Beginn des Schuljahres 2022/23 soll dies an jeder Hagener Schule der Fall sein.

Die Familien und ihre Bedürfnisse fest im Blick haben wir auch beim weiteren Ausbau einer gesicherten Ganztagsbetreuung an den Schulen. Wohlwissend, dass der Bedarf an entsprechenden OGS-Plätzen unvermindert anhält, hat der Rat der Stadt im Sommer noch einmal 250 zusätzliche Plätze beschlossen. Hier werden aktuell mit Hochdruck kreative Lösungen erarbeitet, um zu einer zeitnahen Umsetzung dieses Programms zu kommen. Und schon jetzt steht fest, dass auch diese Zahl in den kommenden Jahren sicher noch steigen wird; wie auch die Versorgung mit weiteren Kindergartenplätzen immer wieder neu dem Bedarf angepasst werden muss.

Gewerbeflächen

Ein ebenfalls breit diskutierter und intensiv bearbeiteter Komplex stellt der andauernde Mangel an Gewerbeflächen im Stadtgebiet dar. So hat der Regionalverband Ruhr (RVR) als Regionalplanungsbehörde für die nächsten 20 Jahre einen Bedarf an 120 Hektar ermittelt. Unabhängig von der Frage, ob diese Schätzung im Endergebnis zutrifft, bleibt festzuhalten, dass die Stadt dringend in die Zukunft investieren muss – und das bedeutet auch in entsprechende Gewerbeflächen.

Folglich müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, um Flächen zu aktivieren; sowohl Brachflächen als auch noch weitere neue Gebiete. Mit der Fertigstellung der gut im Zeitplan befindlichen Bahnhofshinterfahrung, kann die Fläche hinter dem Hauptbahnhof, die sogenannte Westside, ab 2019 baulich in Angriff genommen werden. Die Vermarktungsaktivitäten der Wirtschaftsförderung sind aber natürlich schon voll im Gange.

Im Bereich der Varta-Insel und der Fläche des ehemaligen Haldener Dolomitwerkes ist die städtische HIG jeweils in intensiven Verhandlungen über einen Ankauf. Danach werden auch in diesen Bereichen Vermarktungen erfolgen können. Eine besondere Rolle bei der Entwicklung neuer Gewerbeflächen wird sicher das Böhfeld spielen; hier handelt es sich um eine der letzten großen, zusammenhängenden Flächen im Stadtgebiet, auf der eine Ansiedlung von drei Hektar und mehr möglich ist.

Aktuell liegen Anfragen von Unternehmen für rund 30 Hektar vor. Allein dies macht die Bedeutung des Böhfelds für eine künftige Versorgung in Hagen deutlich.

(wird am Samstag fortgesetzt)