Hagens Wirtschaft zuversichtlich

Hagen. (Red./ME) Die Wirtschaft im märkischen Südwestfalen blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 zurück und startet positiv in die Zukunft durch. Die Konsumlaune sei ungebrochen, gleichzeitig ziehe die Weltkonjunktur an und die Euro-Zone schüttelt allmählich die Krise ab, heißt es aus der Chefetage der SIHK.

„Von diesen guten Rahmenbedingungen profitiert auch die Wirtschaft im märkischen Südwestfalen“, fasst Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage bei 229 Unternehmen mit 35.156 Beschäftigten zusammen. „Die Geschäftslage zeigt sich zu Jahresbeginn sehr stabil und vor allem in der Industrie und von vielen Dienstleistern wird im Jahresverlauf ein kontinuierliches Wachstum erwartet.“ Die Chancen stünden gut, „dass die Konjunktur im Jahrverlauf weiter an Schwung gewinnt“.

Zuversicht

Rapp-Frick: „Die derzeitige Geschäftslage zeigt sich sehr stabil, denn 86 Prozent der Betriebe sind mit ihrer aktuellen Lage mindestens zufrieden. 36 Prozent (Vorjahr 17) der befragten Unternehmen rechnen nach der aktuellen SIHK-Umfrage in den kommenden zwölf Monaten mit besseren, 55 Prozent mit gleichbleibenden und lediglich neun (Vorjahr 29) Prozent mit schlechteren Geschäften.“

Eine ähnliche Erwartung gab es laut SIHK-Hauptgeschäftsführer Rapp-Frick zuletzt vor acht Jahren. „Die Unternehmen zeigen deutliche Zuversicht und geben Anlass zu der berechtigten Hoffnung, dass sich die märkische Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter beleben wird.“

Gute Prognosen

Vor dem Hintergrund guter Prognosen sind zuletzt auch die Personal- und Investitionsplanungen der Unternehmen leicht gestiegen. Die Unternehmen sehen jetzt die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in unzureichenden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (53 Prozent) gefolgt von einem sinkenden Inlandsgeschäft (47), steigenden Arbeitskosten (38) und Fachkräftemangel (32) sowie erneut einbrechendem Auslandsgeschäft (30). Erst dann folgen die Furcht vor weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen (27), schwankenden Wechselkursen (12) und einer unzureichenden Finanzierung (10).

Die Umsätze der Industrie gingen zwar bis Ende November 2013 um 2,3 Prozent (NRW minus 1,2/ Deutschland minus 1,1 Prozent) auf 19,2 Milliarden Euro zurück. „Das ist aber aufgrund der außerordentlich guten Jahre 2010 bis 2012 mit überwiegend zweistelligen Zuwachsraten keine dramatische Entwicklung“, sagt Rapp-Frick.

Das Baugewerbe musste aufgrund des milden Winters bislang kaum Einschränkungen hinnehmen und konnte viele Projekte, vor allem im privaten Wohnungsbau und im Gewerbebau, länger als erwartet fortsetzen. So erreicht die Baubranche im Vergleich zu den Winterquartalen der letzten zehn Jahre einen Spitzenwert, der nur in der Boomphase 2007/2008 übertroffen wurde.

Konsumlaune

Der hohe Beschäftigungsstand sorgt für ein solides Wachstum des privaten Konsums. „Das Weihnachtsgeschäft brachte besonders den südwestfälischen Internet-Versandhändlern einen Schub. Die Konsumbereitschaft hat sich gegenüber dem Vorquartal noch einmal verbessert und die warmen Temperaturen sorgten für volle Innenstädte“, so der SIHK-Hauptgeschäftsführer. Für die nächsten Monate erwarten 96 Prozent der Einzelhändler eine stabile bis leicht steigende Entwicklung, weniger als vier Prozent rechnen mit Rückgängen.

Das vielschichtige Dienstleistungsgewerbe habe sich zu einer tragenden Säule der Binnenkonjunktur mit deutlichem Wachstumskurs entwickelt. Besonders die unternehmensnahen Dienstleistungen profitieren von der wirtschaftlichen Nähe zu Industrie und Handel.

Exportgeschäft

Auch das Exportgeschäft der südwestfälischen Unternehmen nimmt seit dem Herbst letzten Jahres wieder Fahrt auf, da die heimischen Betriebe genau die Investitionsgüter im Angebot haben, die in den Zielländern in und außerhalb Europas benötigt werden. Die Exportumsätze der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten im märkischen Südwestfalen gingen bis einschließlich November 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurück. Ursächlich hierfür waren insbesondere die Probleme auf den Hauptabsatzmärkten in Europa und die vorübergehend geringere Dynamik u.a. in China.

„Die Talsohle ist inzwischen durchschritten; im Märkischen Kreis wird bereits wieder ein Plus von fast vier Prozent ausgewiesen. Mit einem weiterhin günstigen Euro-Außenwert kann der Außenhandel vom Engagement auf den Wachstumsmärkten in Asien, Amerika und Osteuropa profitieren und an alte Stärken anschließen und damit der konjunkturellen Entwicklung Rückenwind geben“, so Hans-Peter Rapp-Frick.

Der komplette 129. Konjunkturbericht