Halle, Hotel, Museen: US-Investor will Varta-Insel bebauen

Im früheren Akku-Verwaltungsgebäude soll - den Planungen eines amerikanischen Investors zufolge - eine „europäische Basketball-Eliteschule“ entstehen. (Foto: Michael Eckhoff)

Im früheren Akku-Verwaltungsgebäude soll – den Planungen eines amerikanischen Investors zufolge – eine „europäische Basketball-Eliteschule“ entstehen. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) Seit Monaten wird Hagen von Hiobsbotschaften gequält – zum Beispiel: Douglas verlagert seine Firmenzentrale nach Düsseldorf, Schenker gibt bald wesentliche Teile seiner Kückelhauser Filiale auf, die Bundesbank-Niederlassung an der Körnerstraße „wandert“ in spätestens zwei Jahren nach Dortmund, und der Großhändler Nordwest ist eh schon weg (auch nach Dortmund).

Jetzt gibt es endlich einen Lichtblick – ein amerikanischer Investor, Mit-Eigentümer der weltführenden Batterie-Firma „Hurry Energy“ (Deutsch: „Schnelle Energie“), möchte die ehe­dem von der Akku-Fabrik Varta in Wehringhausen genutzten Grundstücke jenseits der Ennepe („Varta-­Insel“) sowie das frühere „Akku“-­Verwaltungsgebäude überplanen.
200 Millionen Euro
Wie aus Detroit – dem Firmensitz – zu hören ist, will der Investor ein giganti­sches und visionäres „Private-Public-­Partner­schaft“-Projekt (PPP) auf den Weg bringen.
Das heißt, der private Investor finanziert zwar sämtliche Baulichkeiten, aber ein Teil der Gebäude wird öffentlich (Englisch: „public“) genutzt. Insgesamt geht es um eine Investitionssumme von über 200 Millionen Euro.
Energy statt Phoenix?
Natürlich ist unter der Hand auch schon durchgesickert, wie die künftige Nutzung aussehen soll. Kernstück der neuen Bebauung wird ein Konferenzzentrum, dem erstens ein 200-Betten-Hotel und zweitens eine Multifunktionshalle angegliedert wird. Diese Halle ist in vielfältigster Weise nutzbar – sogar für die in Hagen äußerst beliebte Korbjagd. Die eine riesige Batteriezelle symbolisierende Halle fasst 7000 Sitzplätze und könnte zum neuen „Mekka“ des deutschen Basketballsports werden, aus Phoenix müsste dann künftig Energy werden. Diesen Planungen räumen die „basketballverrückten“ Amerikaner höchste Prioriät ein – weil ja Hagen der Sitz des Deutschen Basketballbundes (DBB) ist. Der Investor plant überdies, in Zusammenarbeit mit dem DBB eine „europäische Basketballschule“ zu betreiben.
Zwei Museen
Neben dieser eher privaten Schule wird es rund um die Varta-­Insel im Rahmen der geforderten öffentlichen Nutzung auch zwei Museen geben.
Ein vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) betriebenes Martin-Luther-Museum führt – weltweit einmalig und passend zum Luther-Jahr – die Geschichte aller christlichen Kirchen auf der Nordhalbkugel vor Augen. Hierbei geht es nicht nur um die Lutheraner, sondern – bei einem US-Investor gut nachvollziehbar – auch um Baptisten, Methodisten, Quäker und Mormonen.
Mit im Boot ist ebenso die Stadt Hagen. Sie möchte ihr Stadtmuseum (das künftige Friedrich-Harkort-Museum) in den nahe der Varta-Insel gelegenen früheren Schlacht­hof-Komplex verlagern und sich hier – erheblich vergrößert – der frühen Eisenbahn- und Energiegeschichte widmen.
Großes Parkhaus
Auf dem bisherigen Schlacht­hof/Mark-E-Gelände entsteht ferner ein viele hundert Autos fassendes Parkhaus – mit der Zufahrt von der Minervastraße her und einer Ausfahrt an der Rehstraße. Beide Straßen werden für diesen Zweck selbstverständlich umgebaut.
OB Schulz jubelt: „Das alles ist meiner neuen Zukunftsschmiede zu verdanken – sie brachte die richtigen Ideen.“