Handwerk begrüßt Kurs der Landesregierung

Eine positive Jahresbilanz zieht der Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Berthold Schröder. (Foto: HWK)

Dortmund. Der Präsident der auch für das vordere Sauerland zuständigen Handwerkskammer (HWK) Dortmund, Berthold Schröder, zieht eine erste positive Bilanz für das Jahr 2017 und blickt in die Zukunft.

Neue Rekordwerte

Das Konjunkturhoch im Handwerk habe sich weiter verfes­tigt. „Bei den meisten unserer Unternehmen herrscht gute Stimmung zum Jahreswechsel“, sagt Berthold Schröder.

Die Rekordwerte aus dem Vorjahr wurden noch einmal übertroffen: 92 Prozent der Unternehmen seien mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Noch mehr (94 Prozent) würden erwarten, dass sich der positive Trend fortsetze.

Plus in der Ausbildung

Zuwächse gäbe es auch bei der Ausbildung. Insgesamt 3.721 neue Lehrverträge seien bis Ende November kammerbezirksweit geschlossen worden. Das entspricht einem Plus von 1,67 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt.

Besonders positiv bewertet der Kammer-Präsident den Anstieg bei den betrieblichen Lehrverträgen um 4,92 Prozent auf insgesamt 3.543.

Bürokratieabbau

Zur Arbeit der neuen Landesregierung sagt der Kammer-Präsident: „Das Handwerk hat vor der Landtagswahl seine Forderungen klar formuliert. Einige davon sind schon auf den Weg gebracht worden wie das jüngste Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau, das auch die Abschaffung der umstrittenen ‚Hygiene-Ampel‘ vorsieht.“

Entlastungen für Handwerksbetriebe sieht Schröder durch die erneute Reform des Mängelgewährleistungsrechts. Dadurch erhalten Handwerker vom Händler jetzt die Arbeitskosten erstattet, die ihnen durch den Einbau fehlerhaften Materials entstehen. Bisher musste der Handwerker selbst die Aus- und Einbaukosten für mangelhafte Baustoffe tragen.

Die Zukunft angehen

In der kommenden Legislaturperiode erwarte man vor allem die Umsetzung der Maßnahmen, die fraktionsübergreifend in der Enquete-Kommission zum Thema „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW“ erarbeitet wurden.

Während ihrer zweijährigen Arbeit hatte die Kommission 171 Handlungsempfehlungen entwickelt, darunter wichtige Maßnahmen zur Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung, zur Digitalisierung, zum Bürokratieabbau sowie zu Infrastrukturfragen. „Die Arbeit der Kommission ist ein Meilenstein für das Handwerk. Die guten Ansätze dürfen nicht verpuffen“, so Schröder.

Streitthema Diesel

Viel Verunsicherung herrsche noch beim Thema Dieselfahrverbote. Der Präsident: „Wir bleiben dabei: Pauschale Fahrverbote lehnen wir ab. Die meisten unserer Handwerker sind zur Dienstleistungserbringung auf ihre Fahrzeuge angewiesen. Ein Fahrverbot würde ihre Existenz bedrohen.“