Hartz IV, Rauchmelder, Feiertag: Das ändert sich 2017, Teil 2

Hagen. (Red.) Mit dem Jahreswechsel stehen wieder zahlreiche Änderungen für die Verbraucher an.
Bundesweiter Feiertag´am 31. Oktober
2017 bringt für viele Arbeiter, Angestellte und Beamte einen zusätzlichen Feiertag. Am 31. Oktober jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg, mit dem der Reformator die Umgestaltung der Kirche einleitete.
Das Jubiläum wurde von der Bundesregierung ausnahmsweise zum bundesweiten Feiertag erklärt. Die Ausnahme ist auf das Jahr 2017 beschränkt.
Flexi-Rente
Das neue Flexi-Gesetz soll Arbeitnehmern zwischen 63 und 67 Jahren durch eine bessere Kombination von Teilrente und Teilzeitarbeit einen optimalen Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Die bislang starren Hinzuverdienstgrenzen fallen weg. Ab Januar gilt: Rentnern, die ab einem Alter von 63 Jahren mehr als 6.300 Euro pro Jahr hinzuverdienen, werden 40 Prozent des darüber liegenden Betrags von der Rente abgezogen.
Die gleiche Regelung gilt auch für Erwerbsminderungsrenten.
Andererseits gilt: Wer eine vorgezogene Vollrente bezieht und trotzdem weiterarbeitet, erhöht mit den Beitragszahlungen seine künftigen Rentenansprüche. Außerdem können Versicherte früher und flexibler als bisher zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse einzahlen und so Rentenabschläge ausgleichen.
Hartz-IV-Sätze
Anspruchsberechtigte Schulkinder unter 14 Jahren erhalten ab Januar mehr finanzielle Unterstützung: Der Regelsatz für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren steigt von 270 auf 291 Euro pro Monat. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren erhalten fünf Euro monatlich mehr. Ihnen stehen dann 311 Euro im Monat zu.
Die gleiche Erhöhung gilt für ledige Erwachsene. Ehepaare bekommen ab dem nächsten Jahr 368 statt bisher 364 Euro.
Private Altersvorsorge
Höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung schieben die förderfähigen Höchstgrenzen bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nach oben. So klettert der förderfähige Höchstbetrag, also der Lohnanteil, den man ohne Abzug von Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen in Betriebsrente umwandeln darf, auf monatlich 254 Euro.
Basis-Rente
Einzahlungen in sogenannte Rürup-Renten sind zu einem bestimmten Teil steuerlich abzugsfähig. Ab 2017 steigt der Maximalbetrag auf 23.632 Euro für Ledige bzw. auf 46.724 Euro für Verheiratete mit zwei Rürup-Verträgen.
Davon können Versicherte dann 84 Prozent steuerlich geltend machen. Im Ergebnis wirken sich ab 2017 Beitragszahlungen bis zu 19.624 bzw. 39.248 Euro steuermindernd aus. Ab 2025 sind 100 Prozent der Einzahlungen absetzbar.
Lebensversicherung
Vorsorgesparer, die ab 2017 eine klassische Lebens- oder Rentenversicherung abschließen, müssen Abstriche in Kauf nehmen. Grund: Die Garan­tieverzinsung sinkt von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Das heißt aber nicht, dass der Gesamtertrag am Ende zwingend schlechter ausfällt. Die Ablaufleistungen der Policen sind nämlich vom Garantiezins nur bedingt betroffen.
Grund: Zu den garantierten Leistungen addieren sich die erwirtschafteten Überschüsse der Versicherer. Um die Erträge stabil zu halten, haben die Gesellschaften in den letzten Jahren die Beteiligung der Versicherten an den Risikoüberschüssen bis auf 90 Prozent angehoben. Positiv: Auf bestehende Versicherungsverträge hat die Absenkung des Garantiezinses keinen Einfluss.
Rauchmelderpflicht
Ab 2017 müssen sowohl Altbauten als auch Neubauten in NRW mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Wichtig: Eigentümer und Vermieter, die der Pflicht zur Installation von Rauchmeldern nicht nachkommen, begehen nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gefährden unter Umständen auch den Schutz ihrer Hausrat- oder Gebäudeversicherung.
(Infos: Postbank)