Hasper Bienen seit 150 Jahren im Einsatz

Haspe. (san) Lehrer Diedrich Friedrich Wilhelm Basse aus Hasperbach hatte sich in den 1860er Jahren eine feine Freizeitbeschäftigung ausgesucht – das Imkern. Ein Pastor aus Voerde und der ein oder andere Schulmeisterkollege taten es ihm nach. Im Jahr 1863 schlossen sich die Bienenfreunde zusammen zum „Bienen und Seidenzucht-Verein Hagen“. Das ist die Wurzel des Hasper Imkervereins, der in diesem Jahr somit auf ein stolzes 150-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Die Seidenraupenzucht wurde neben der Bienenhaltung betrieben, da die heimische Seide aufgrund teurer Importkosten ein sehr gefragter Rohstoff war. Neben dem Hasperbach, genauer: an der Schule, die auf dem Gelände der späteren Andreas-Brauerei stand, war in den Anfängen die Hestert ein Standort für die Bienenstöcke.

Zweigverein

Organisiert unter dem Dach des „Rheinisch-Westfälischen Vereins für Bienen und Seidenzucht“, wies man 1871 den mittlerweile erfahrenen Imker Basse an, einen Zweigverein für den gesamten Hagener Kreis zu gründen. Siebeneinhalb Silbergroschen betrug der Vereinseintritt, 20 Silbergroschen betrug die Jahresgebühr. Den alten Schriftbüchern, die sich heute noch im Besitz des Imkervereins Haspe befinden, sind für das Jahr der Bienenstockzählung 1873 zu entnehmen, dass es im gesamten Kreis 2009 Bienenvölker gab, die eine Ernte von 450 Kilogramm Honig hergaben. „Das ist absolut mager, verglichen mit dem Ernteergebnis aus heutiger Zeit,“ weiß der amtierende Vorsitzende der Hasper Imker, Manfred Schaupp. „Man rechnet je nach Stockgröße mit 30 bis 50 Kilogramm Honig. Allerdings bestanden die Bienenvölker damals aus nur halb so vielen Insekten,“ so der Vorsitzende.

Was hat sich in den vielen Jahrzehnten noch geändert? „Die Bienen sind sanftmütiger geworden,“ fällt Manfred Schaupp sofort ein. Das ist ein Ergebnis zahlreicher Kreuzungen und Züchtungsbemühen, genau wie die Robustheit der fleißigen Sammeltierchen und die Möglichkeit sich zu vermehren, nicht zuletzt durch die größeren, erweiterbaren Behausungen. „Die meisten Probleme der Imkerei sind jedoch stets gleich geblieben. Sei es, die Bienen durch die mitunter ungesunde feuchte Winterzeit zu bekommen, oder dem Darmpilz Nosema und der Faulbrut zu entgehen. Mit den Jahren wurden zwar gute Medikamente entwickelt, aber auch neue Erreger, wie die aus Asien stammende Varroa-Milbe, wurden inzwischen eingeschleppt. Erst seit den letzten 20 Jahren haben die Imker gegen sie anzukämpfen.

153 Bienenvölker

Aktuell hat der momentan eher kleine Imkerverein in Haspe 25 Mitglieder, zusammen besitzen sie 153 Bienenvölker. Vom Distelstück über Hasperbach und Kurk bis zur Hinnenwiese dürften auch in diesem Sommer wieder um die sechs Millionen summenden Honigsammler durch die Lüfte schwärmen. Dabei sind es nicht nur die etlichen Frührentner, die sich für ein neues Hobby begeistern, die Alterstruktur von 18 bis 94 Jahren zeigt, dass auch die Jüngeren sich diesem gar nicht preiswerten und zeitintensiven Zeitvertreib widmen.

Der Hasper Imkerverein ist mit seinen 150 Jahren nicht nur der älteste heimische Imkerverein, sondern einer der ältesten Vereine in Hagen überhaupt. Auf dem nächsten Waldaktionstag am 12. Oktober am Kurk wird sich der Verein dort auch in besonderer Weise zum Thema „Imkerei früher und heute“ präsentieren. Dort haben die Hasper Bienenbesitzer seit 2007 auch einen festen Standort, den sie regelmäßig betreuen.