Hagen. (ce) In eine neue Dimension ist der Hasper Kirmes­kommers, der Fest­abend zum Auftakt der eigentlichen Kirmestage, vorgestoßen. Nach etlichen Jahren im eher rustikalen „Ufo“, der Turnhalle an der Kölner Straße, fand der festliche Abend rund um das Hasper Brauchtum am Samstag, 2. Juni, zum ersten Mal in der Dogan-Arena statt, der ehemaligen Tennishalle in Haspe die rund 800 Gästen Platz bietet. Der Vorverkauf lief gut, die Halle an der Hochofenstraße war ordentlich gefüllt.

Überwältigend

Schlaflose Nächte verursachte diese Premiere nicht nur den Vorstandsverantwortlichen seitens des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins (HHBV), sondern auch den Betreibern der bislang meist für Hochzeiten genutzten Halle. Die Erwartungen auf beiden Seiten waren riesengroß.

Um es kurz zu machen: Die Dogan-Arena hat ihre Feuerprobe als Festort des Kirmeskommers bestanden. Ihr luftiges Saal-Volumen, die edle Optik und festliche Dekoration, die technische Ausstattung und der Service überzeugten Veranstalter und Gäste gleichermaßen und boten ihnen einen idealen Festrahmen.

„Ich bin überwältigt von dem Anblick“, sagte HHBV-Präsident Hans-Jörg Bäcker. Er begrüßte die Ehrengäste, darunter viel Politik-Prominenz und Delegationen befreundeter Kirmesvereine aus dem Umland. Danach marschierten die Symbolfiguren der Hasper Kirmes in den Saal.

„Alles richtig gemacht“

Rainer Bartelheim führte gekonnt als Moderator durch den Abend, dessen erster Teil dem Hasper Kirmes-Brauchtum gewidmet war. Im Mittelpunkt stand die Inthronisierung des neuen „Iämpeströters“, der zentralen Figur der Kirmes.

Zunächst musste Jürgen Wippermann, der Vorjahres-Iämpeströter, sein Amt niederlegen und seine Insignien, die Lederschürze und das lederne Käppi, abgeben. Mit einem Schluck Eversbusch aus dem traditionellen Zinnlöffel und warmen Dankesworten nahm er seinen Abschied. Sein Fazit: „Ich kann es mit drei Worten sagen: Alles richtig gemacht. Das Jahr voller toller Momente, toller Leute und toller Erlebnisse ist wie im Flug vergangen.“

Ein gesteigerter Prinz

Kirmesbauer Michael Kröner mit seinen riesigen roten Spezialschuhen wurde daraufhin ausgesandt, einen würdigen und willigen Nachfolger zu finden und schnellstens auf die Bühne zu bringen. Diese Meisterleistung gelang ihm fast spielend. Schon nach wenigen Minuten führte er Detlef Bracht zur Bühne, der wiederum mit Wachholder vom Zinnlöffel und vielen guten Worten ins Amt einführt und mit Schürze und Käppi ausgezeichnet wurde. Eingerahmt von seinen beiden Paginnen Bianca und Jessica, seiner Tochter, stellte Detlef Bracht sich vor. Er hat Erfahrung als „zentrale Symbolfigur“ rund um Jux, Ulk und Frohsinn: Im Jahr 2002 trug er die Würde des Hagener Karnevalsprinzen. Das wird nun noch einmal gesteigert durch die „Krönung“ zum Hasper Iämpeströter.

Rund um die Hasper Kirmes hat sich Detlef Bracht schon seit Jahren nicht nur getummelt, sondern auch vielfältig verdient gemacht, wofür ihm bereits vor Jahren unter anderem mit der Auszeichnung zum „Wachholderritter“ gedankt wurde.

Ehrensachen

HHBV-Präsident Jörg Bäcker ehrte anschließend Dirk Borggräfe für seine besonderen Verdienste um die Kirmes mit dem Ulk-Orden.

Und noch eine Würdigung stand auf der Agenda, sie war bis zuletzt geheim gehalten worden: Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Hagen, Dietmar Thieser, führte von 2003 bis Januar dieses Jahres energisch und engagiert die Geschicke des HHBV. „Sein“ Verein dankte ihm jetzt für seinen Einsatz und ernannte ihn zum Ehrenpräsidenten. Es gab „Standing Ovations“, als Thieser vom neuen Vize-Präsidenten Thomas Eckhoff die HHBV-Ehrennadel, ein absolutes Unikat, ans Revers geheftet bekam.

Ex-Präsident Thieser zeigte sich bescheiden: „So etwas macht man nie allein“, sagte er. „Ich danke den vielen, vielen anderen ehrenamtlich Engagierten und vor allem den Kirmesvereinen. Ohne sie hätten wir gar nichts geschafft.“

Show-Programm und Tanz

Das anschließende Künstlerprogramm mit Akrobatik, Trompeten-Solo und Feuershow brachte die 700 Festgäste in beste Stimmung und riss sie von den Stühlen.

Als Salvatore Bucco mit Band und Sängerin Desiree Bucco die Bühne erklomm, gab es dann kein Halten mehr. Zu internationalen und italienischen Hits und später zum Sound-Mix von DJ Hans, genannt „The Magic“, tanzten die Kirmesfreunde durch die heiße Frühsommernacht.

Wolkenschieben

Jetzt naht die Kirmes mit großen Schritten. Vor allem der Kirmeszug soll auf keinen Fall nass werden oder sogar ins Wasser fallen. Dafür sind die vier betagten, ehrenwerten Wolkenschieber verantwortlich. Angetan mit schwarzem Anzug und Zylinder werden die wolkenschiebenden Herren am Samstag, 9. Juni, auf dem Markana-Platz auf ihre Aufgabe vereidigt.

Die Show- und Marchingband der Blau-Weißen holt sie um 16 Uhr am Kirmesbauer-Denkmal in der Voerder Straße ab. Eine Einstimmung auf das Wolkenschieberfest bietet der Dämmerschoppen auf dem Markanaplatz schon am Freitag, 8. Juni, ab 18 Uhr.

Und in gut einer Woche startet dann die Kirmes. Darüber berichten wir mehr – und auch über den Kirmeszug – im nächsten Wochenkurier.

Fotos

Wer im Übrigen einige „Szenen“ vom Kirmeskommers sehen möchte, findet hier auch eine Fotostrecke:

Fotos: Hasper Kirmeskommers 2018