Haspe. (ME) Dirk Borggräfe hat‘s mit der Zahl „9“: Im Jahr 1959 erblickte er das Licht der Welt, 1999 wurde er Iämpeströter (als 39-Järiger) und in der in diesen Tagen startenden Session 2018/19 darf er sich mit einer ganz besonderen Auszeichnung präsentieren – er bekommt den Ulk-Orden verliehen.

Der Mann ist Bäckermeister von Beruf und als Chef seines Unternehmens ist er es längst gewohnt, alles andere als „kleine Brötchen“ zu backen. „Wir haben mittlerweile 15 Filialen in Hagen, Wuppertal, Wetter, Schwelm, Gevelsberg und Sprockhövel“, berichtet er. Gut 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen bei ihm und seiner Familie in Lohn und Brot.

„Zwar gibt es in unserem Handwerk immer noch eine Menge an Handarbeit, aber ohne Maschinen und Computer wäre eine solche Dimension wie in unserem Unternehmen nicht mehr zu stemmen,“ plaudert er ein wenig aus dem „Nähkästchen“. Das hat auch mit der von den Kunden gewünschten Sortenvielfalt und mit der Konzentration im Bäckereiwesen zu tun.

Dirk Borggäfe ist ein echter Hasper, ja sogar ein wasch­echter Westerbaueraner. Zur Welt kam er mittels einer Hausgeburt in der elterlichen Wohnung in der Eisenstraße. Das Haus gehörte der Eisen-­Firma Fiand und stand nicht weit entfernt von der Brandtschen Zwiebackfabrik. Nun könnte man denken, der feine Zwieback-Backgeruch, der früher immer durch Westerbauer wehte, habe in Dirk Borggräfe den Impuls ausgelöst, Brot und Backwaren herstellen zu wollen. Doch weit gefehlt. Stattdessen wurde ihm dieser „Job“ in die Wiege gelegt – im elterlichen Stammbetrieb an der Enneper Straße 89.

Früher war hier auch ein Café, aber das gibt es nicht mehr. Das Stammgeschäft an sich besteht aber noch, wenngleich hier nicht mehr gebacken wird – stattdessen besteht eine moderne Produktionsstätte in Sprockhövel, von der aus alle Filialen leicht beliefert werden können.

Als waschechter Hasper kennt er natürlich auch die Kirmes und den Ulk von Kindesbeinen an. Dennoch war es eher ein Zufall, dass er 1999 Iämpeströter wurde. Eigentlich war sein Vater für dieses hohe Amt „ausgeguckt“ worden, doch der vertrat dann die Auffassung, es sei gut, wenn sich jüngere Aspiranten fänden. Und – schwupps – hatte der Ulk den 39-jährigen Dirk an der Leine. Vom legendären Egon Groda wurde Dirk Borggräfe damals mit mehreren Wachhölderkes auf Herz und Nieren geprüft. Bereut hat er es nie, dass er damals „in die Bütt“ steigen musste – im Gegenteil, er ist immer noch mit Leib und Seele dabei, weshalb er jetzt auch den Ulk-Orden bekommt.

Verheiratet ist der Bäckermeister seit 33 Jahren mit Corinna, er hat eine verheiratete Tochter. Borggräfe reist gern – vor allem Schiffstouren haben es ihm angetan. Ferner hat er ein Fußball-Faible, sowohl für den Hasper SV als auch für Borussia Dortmund.