Hausärztemangel beseitigen

Hagen. (anna) Ein Weiterbildungsverbund zur Förderung der Allgemeinmedizin in Hagen zwischen dem Allgemeinen Krankenhaus Hagen (AKH) und neun Hagener Hausarztpraxen wurde jetzt im AKH geschlossen. Denn die Zahl der Hausärzte in der Volmestadt wird immer geringer und der Nachwuchs stellt sich nicht rechtzeitig ein.

So entwickelte das AKH eine neue Weiterbildungsmöglichkeit für junge Mediziner, die die praktische Ausbildung vereinfachen soll.

Zu wenig Hausärzte

Hagens Haus- und Fachärzte werden immer älter. Ein Drittel der 121 Hausärzte in Hagen sind 60 Jahre und älter, ein Hausärztemangel ist also vorprogrammiert. Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich die Rekrutierung von Nachwuchs in der Allgemeinmedizin schwierig gestaltet, was nicht nur für Hagen sondern auch die gesamte Bundesrepublik gilt. Mal so eben einen Nachfolger zu finden, der zukünftig die eigene Praxis weiterführt, ist nicht mehr einfach möglich.

Doch was tun?

Zum Beispiel den Zugang zur Weiterbildung Allgemeinmedizin für junge Ärzte erleichtern. Die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zeichnet sich vor allem durch häufige, kurze Wechsel der Ausbildungsstätten aus. Konkret bedeutet dies 60 Monate Weiterbildungszeit insgesamt, davon 36 Monate im Krankenhaus und 24 Monate in einer Allgemeinmedizinischen Praxis. Am AKH zeigt sich schon seit geraumer Zeit, dass einige Studenten im praktischen Jahr (PJ) Interesse daran bekunden, in Hagener Einrichtungen die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner zu absolvieren. Die Umsetzung erweist sich in der Praxis jedoch als zu umständlich, da sich der junge Arzt für jeden Bereich einzeln bewerben muss. Dies ist zum einen sehr aufwendig, zum anderen birgt es auch einige Unsicherheit, ob alle Weiterbildungskomponenten an einem Standort absolviert werden können oder doch ein Ortswechsel während der Weiterbildung ansteht.

Neue Wege in der Weiterbildung

Um diesem Problem entgegen zu wirken, hat das AKH in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe und neun niedergelassenen Ärzten in Hagen ein Verbundweiterbildungskonzept für die Förderung der Allgemeinmedizin in Hagen entwickelt. Ziel der Verbundweiterbildung in der Allgemeinmedizin ist es, Weiterbildungswilligen von Beginn an eine komplette fünfjährige Weiterbildung anzubieten, die in stationären und ambulanten Weiterbildungsstätten in Hagen abgeleistet wird.

Das Konzept bietet für den gesamten Zeitraum eine strukturierte, qualitativ hochwertige Weiterbildung bis zur Zulassung zur Prüfung zum Erwerb der Facharztbezeichnung „Allgemeinmedizin“. Vorteil der Verbundweiterbildung ist, dass ein komplettes Modell für die fünfjährige Weiterbildungszeit angeboten wird. Die Weiterbildung kann in Hagen sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich ohne Wohnortwechsel, mit individueller Betreuung und der festen Möglichkeit einer Praxisübernahme angeboten werden. Dies bedeutet für die jungen Ärzte eine gute Planungssicherheit und stärkt die Zusammenarbeit zwischen dem AKH und den niedergelassenen Ärzten in Hagen.

Breites Spektrum

Bereits neun Hagener Arztpraxen sind mit ihrer Fachexpertise im Weiterbildungsverbund integriert und betreuen den allgemein-medizinisch praktischen Teil der Ausbildung. Das AKH kümmert sich um das Feld der stationären und ambulanten Behandlung von Patienten. Mit ihrem breiten Spektrum an Fachabteilungen wie Innere Medizin (Chefarzt Dr. PD Markgraf), Kardiologie (Chefarzte Dr. Weismüller), Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. Timmermann), Orthopädie (Chefarzt Dr. Stuckmann), Unfallchirurgie (Chefärzte Dr. Gelis und Andreas Hengstmann), Pädiatrie (Chefarzt Dr. Koch), Gynäkologie und Geburtshilfe (Chefarzt Dr. Schüssler), Urologie (Chefarzt Dr. Martin), Anästhesie (Chefarzt Dr. Breukelmann) und Dermatologie (Chefarzt Dr. Kingreen) ist eine adäquate Erfüllung des Weiterbildungscurriculums auf hohem fachlichem Niveau gewährleistet.

Bewerbungen können an das Krankenhaus gerichtet werden.