HEB vergleichsweise gut: Hagener Stadtreinigung zertifiziert

Stolz präsentiert HEB-Geschäftsführer Dr. Herbert Bleicher das von Rüdiger Reuter vom Institut für Abfall

Stolz präsentiert HEB-Geschäftsführer Dr. Herbert Bleicher das von Rüdiger Reuter vom Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA) übergebene Zertifikat „Ausgezeichnete Stadtreinigung“. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Der allseits bekannte Mülldetektiv, umweltpädagogische Maßnahmen in Kindergärten und Schulen, Reinigungsmaßnahmen mit Langzeitarbeitlosen und Geflüchteten, eine Aufklärungsbroschüre in 13 Sprachen – die Hagener Entsorgungsbetriebe (HEB) beweisen Einfallsreichtum, wenn es um das Thema Stadtreinigung geht.
Kritiker gibt es ob der immensen Müllmengen an gewissen Hotspots natürlich immer noch – denn wer möchte schon mit dem Abfall anderer vor der eigenen Haustür leben –, doch allzu viele Patzer erlauben sich die Hagener Entsorgungsbtriebe nicht. Das wurde nun ganz offiziell vom Instititut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA) bestätigt.
Seit Anfang des Jahres 2017 hatten sich die HEB einem Zertifizierungsprozess der Prüfgesellschaft DEKRA in Kooperation mit der INFA unterzogen, der für Hagen im Vergleich mit ähnlich großen Städten durchaus zufriedenstellend ausfiel.
Die Kriterien
Die benötigten Daten wurden an insgesamt fünf Tagen in jeweils 30 Straßen auf Hagener Stadtgebiet erhoben. Bewertet wurden unter anderem die folgenden Verschmutzungskriterien: volle Mülleimer, wilder Müll sowie Laub, Blüten, Splitt oder Hundekot auf Gehwegen und weiterem städtischen Grund. Zudem wurden 100 Hagener Bürger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt, wie auch 30 der 60 HEB-Außendienstmitarbeiter, die sich zur Zufriedenheit im Betrieb äußern durften.
Die Ergebnisse
Am Ende des Zertifizierungsprozesses lag die HEB knapp unter dem Mittelwert (Median) der vergleichbaren Städte. In Zahlen bedeutet das eine 10,0 für die Hagener Entsorgungsbetriebe, der Median liegt bei 9,7. Besonders gut konnte die Stadt Hagen bei den Papierkörben punkten, ebenso waren die meisten der getesteten öffentlichen Treppen in einem guten Zustand.
Was im Stadtbild häufig allgegenwärtig ist, bestätigte sich aber leider auch in den Ergebnissen des Zertifizierungsprojekts: Baumscheiben, Straßenbegleitgrün und Parkbuchten erzielten die schlechtesten Ergebnisse in Sachen Sauberkeit.
Umfrage
Erfreulicher für die HEB sind da die Antworten der Bürger­umfrage, geben doch über 80 Prozent der Befragten an, dass das Wegwerfverhalten der Hagener selbst zur Müllproblematik beitrage. Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung.
Auch die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung liegen im guten Bereich: Zufrieden sind die HEB-Mitarbeiter unter anderem mit dem zur Verfügung stehenden Equipment und der Kommunikation mit den Vorgesetzten.
Dass die befriedigenden und guten Ergebnisse aber noch nicht das Maß aller Dinge sind und es noch viel zu tun gibt für die Entsorgungsbetriebe, das weiß Geschäftsführer Dr. Herbert Bleicher nur zu gut. „Die Verleihung ist für uns Ansporn noch besser zu werden“, interpretiert er das Zertifikat für „Ausgezeichnete Stadtreinigung“ als Richtschnur für Verbesserungsmaßnahmen im Rahmen der Stadtsauberkeit.