Heide Schimke wiederholt Film zur Ausstellung

Die Künstlerin Heide Schimke zeigt am 8. und 22. November noch einmal den Film „Playing Memory“, der durch einen unglaublichen Zufall entstanden ist, im Sparkassen-Karree und führt anschließend durch ihre Ausstellung. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Es war schon eine außergewöhnliche Ausstellungseröffnung („Vernissage“) im Sparkassen-Karree: die Hagener Künstlerin Heide Schimke präsentierte Ende Oktober nicht nur 58 Werke ihres Schaffens, sondern verzauberte das Publikum durch einen phantastischen Film, der Schimkes Bilder, Filme und Fotos sowie die Orte ihrer Entstehung harmonisch vereint. Davon inspiriert, schuf der Komponist Martin Gerigk eine musikalische „Übersetzung“. Seine Komposition, gekennzeichnet durch Klangfarben auf dem Cello, die von der Hagener Cellistin Katrin Geelvink eingespielt wurden, machen den Film „Playing Memory“ zu einem wirklichen Gesamtkunstwerk. Regisseur Sebastian Jobst nimmt den Besucher mit auf eine spannende Reise in die Bilderwelt von Heide Schimke.

280 begeisterte Vernissage-Besucher baten um Wiederholung, so dass der 30-minütige Film am Donnerstag, 8. November, und am Donnerstag, 22. November 2012, jeweils um 15 Uhr erneut im Sparkassen-Karree zu sehen sein wird.

Die 50-jährige Heide Schimke lebt und arbeitet als freie Künstlerin und Psychotherapeutin in Hagen. In zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen bot sie bereits ihre Malerei und fotografischen Projekte dar.

Ihre aktuellen Bilder sind auf Reisen nach Australien und Island an meist unberührten Orten entstanden und zeigen phantastische Strukturen in ihrer natürlichen Umgebung. „Die Wechselwirkung von Mikro- und Makrokosmos in ihrer labilen Balance wahrzunehmen und diesem Prozess eine Gestalt zu verleihen, reizen mich sehr“, verrät Heide Schimke.

Wie der Film entstand

„Schon lange hatte ich diese Ausstellung in der Sparkasse geplant“, erzählt die Künstlerin, „schließlich hatte ich viel neues Material. Die Cellistinnen Melinda Riebau und Katrin Geelvink sollten am Eröffnungsabend spielen, so hatte ich es mir gewünscht.“

Als Katrin Geelvink Heide Schimkes Bilder erstmals sah, war sie sofort von deren Ausstrahlung gefangen und entwickelte die Idee zu einer ureigenen Komposition, denn sie entdeckte Bewegung, Musik und Rhythmus in den Werken. Bald wurde der Kontakt zum Komponisten Martin Gerigk aus Krefeld hergestellt. Spontan fühlte er sich inspiriert von Schimkes Bilderwelt und setzte seine Eindrücke in Klänge um.

Heide Schimke ist begeistert, fühlt sich in ihrer Arbeit verstanden. „Ihre Bilder sind sind sinnlich“, erklärt Komponist Martin Gerigk, „man will die Bilder nicht nur betrachten, sondern anfassen, berühren. Um die Rinde, den Sand, das Wasser zu erfahren. Da sind Formen der Natur, Schwingungen von Oberflächen, Erdverbundenheit im eigentlichen Sinne. Das macht es leicht für Kompositionen.“ Etwas später spielt die Cellistin entsprechend der Kompositionen acht Celli-Stimmen ein. Kurze Zeit später steht die anspruchsvolle Aufnahme.

Dann erreicht Heide Schimke eine Hiobsbotschaft: die Cellistinnen können zur Ausstellungseröffnung nicht spielen. Die Enttäuschung ist groß. „Ich tröstete mich mit der Feststellung, dass ich für die Zukunft einen Film plante, in dem man die Musik vielleicht mit einbinden könnte“, berichtet Heide Schimke. Sie hatte ihre Idee kaum ausgesprochen, als ihr Katrin Geelvink gleich die Adresse des Regisseurs Sebastian Jobst aus München nannte.

„Schon zwei Wochen später kamen wir zu den ersten Dreharbeiten zusammen“, erinnert sich Heide Schimke gerne, „rasch entstand mit finanzieller Hilfe der Sparkasse ein wunderschöner Film, den wir ’Playing Memory’ nannten. Die Dokumentation baut auf dem Memory-Spiel auf, was 80 Bildpaare struktureller Naturfotos beinhaltet, die ich selbst geschossen habe. Das war das Geburtstagsgeschenk einer Freundin und spielt auch in dem Film eine große Rolle.“

Großer Erfolg

Von Mai bis Oktober arbeiten Heide Schimke und Sebastian Jobst an Playing Memory. Bei seiner Uraufführung Ende Oktober im Sparkassen-Karre bot er den schließlich den Besuchern einen hörbaren „Rundgang“ durch Schimkes Bilderwelt. Schon beim Betreten des Ausstellungsraumes zieht er die Betrachter mit einer Klangcollage aus Naturgeräuschen in seinen Bann. „Als ob man in einen Wald eintaucht, der immer dichter und dunkler wird“, kommentierte eine Zuschauerin.

Jetzt soll „Playing Memory“ als eigenständiger Film auf Festivaltour im In- und Ausland gehen. Unter anderem stellt er sich bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen dem Wettbewerb.