Heidy D. und ihr Floh haben eine Wohnung

Haspe. (anna) Am 25. Juni berichtete der Wochenkurier über das Leben der 58-jährigen Hasperin Heidy D., die seinerzeit keine Bleibe mehr hatte und bei ihrem erwachsenen Sohn in der Wohnung auf einem zweisitzigen Sofa schlafen musste.
Die 50 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung des Sohnes an der Enneper Straße war vollgestellt mit einem Teil ihrer Möbel. Zusammen mit ihrer kleinen neunjährigen Hündin „Floh“ war sie im Herbst 2015 aufgrund von Nebenkostenzahlungen und hohen Forderungen des Finanzamtes in diesen persönlichen Schlamassel hineingerutscht.

Mittellos

Als finanziell nichts mehr ging, beantragte die 58-Jährige im November 2015 Hartz IV. Am 8. Januar gab sie dann vor Gericht eine eidesstattliche Versicherung ab. Zur gleichen Zeit flog sie per Räumungsklage aus ihrer Wohnung.
Als sie mittellos auf der Straße stand, rettete sie sich in ihrer Not zu ihrem Sohn. „Der arbeitet zehn Stunden am Tag, so dass ich ihn nicht sonderlich störte, aber ein Dauerzustand konnte das nicht.“
Die meisten Möbel ihrer einstigen großen Wohnung stellte sie unter und bezahlte dafür monatlich 100 Euro.
Ihre Bemühungen, eine eigene Wohnung zu finden, scheiterten bereits am Telefon. Die Wohnungsgesellschaften reagierten ablehnend, als sie vom Schufa-Eintrag hörten, ebenso wie private Vermieter. „Einige legten einfach auf“, beschreibt Heidy D. die Situation.
„Dazu kommt, dass die meisten Wohnungen zu groß sind. Ich darf nur auf 50 Quadratmetern bei einer Miete von 225 Euro wohnen“, weiß die 58-Jährige, „sonst muss ich von meinen 405 Euro den höheren Mietpreis bezahlen.“ Ihr größter Wunsch war, in Haspe bleiben zu können Und das sollte ihr gelingen.

Endlich Erfolg

Noch am selben Tag, als der Artikel über Heidy D. im Wochenkurier erschienen war, meldete sich eine Frau, die Heidy D. eine passende Wohnung anbieten konnte und sich sogar auf den Hund freute.
Der Vater der Vermieterin war im Mai gestorben und dessen Wohnung konnte Heidy D. nun übernehmen: Eine helle, geräumige Bleibe im Erdgeschoss mit kleiner Terrasse, einer Einbauküche und einer super netten Hausgemeinschaft.
Heidi D. war im siebten Himmel. Wenige Tage später rief ein zweiter Vermieter an, der der 58-Jährigen auch eine Wohnung anbieten konnte. „Doch ich hatte bei der ersten schon zugesagt“, meint Heidy D. „und habe sie mir auch gar nicht mehr angesehen.“
Gerade im Umzug begriffen, lebt die 58-Jährige seit dem Wochenende mit ihrem „Floh“ in der Berliner Straße. „Es war der absolute Glücksfall“, meint Heidy D., „wie ein Sechser im Lotto.“ Die Job-Agentur genehmigte dann auch Umzug und Miete und alles lief glatt.
„Beim Umzug haben sogar Leute von der Straße geholfen, das habe ich noch nie erlebt“, freut sich die 58-Jährige.