Heimatforscher auf Brauereisuche

Hagen. (ME) In den letzten Monaten hat sich der Hagener Heimatbund immer mal wieder an die wk-Leser gewandt mit der Bitte, bei der Identifizierung von Fotos zu helfen. Heute bittet der Hagener Heimatbund erneut um Hilfe – diesmal geht es aber um die Geschichte zweier Brauereien, um Bettermann und um Lenzmann.

Heimatforscher Ulrich Günnemann, bekannt unter anderem als Mitautor eines Buches über die Andreas-Brauerei, hat sich in diesem Jahr vorgenommen, für das „HagenBuch“ einige Fakten und Fotos über die früher recht großen Brauereien Lenzmann und Bettermann zusammenzutragen. Aber bislang fand er erst recht wenig Material. Ob ihm wk-Leser helfen können? (Foto: Michael Eckhoff)

Heimatforscher Ulrich Günnemann plant hierzu eine Veröffentlichung im nächsten „HagenBuch“. Die „HagenBücher“, vom Hagener Heimatbund und vom Ardenkuverlag herausgegeben, widmen sich nicht nur aktuellen, sondern immer wieder gerne auch historischen Themen. Zu den wichtigsten Branchen in Hagen zählten einstmals die Brauereien und Brennereien.

Ulrich Günnemann, bekannt unter anderem als Mitautor eines Buches über die Andreas-Brauerei, hat sich in diesem Jahr vorgenommen, für das „HagenBuch“ einige Fakten und Fotos über die früher recht großen Brauereien Lenzmann und Bettermann zusammenzutragen.

Wichtige Branche

„Nach einer Auflistung des Jahres 1719 existierten im seinerzeitigen Dorf Hagen – bei knapp 700 Einwohnern – nicht weniger als 14 Brauereien und 18 Branntweinbrennereien,“ weiß Heimatbund-Vorstand Jens Bergmann. Hierbei habe es sich aber um kleine Handbetriebe oder Hausbrauereien gehandelt, die lediglich den Bedarf einer Gastwirtschaft oder eines größeren Bauernhofes deckten. 1908 gab ein damaliger Mitarbeiter der Hagener Industrie- und Handelskammer, Ernst Voye, ein Buch über die „Geschichte der Industrie im Märkischen Sauerland“ heraus. Darin erwähnt er als 1908 existierende Betriebe auch das „etwa 1870 gegründete Bürgerliche Brauhaus Julius Lenzmann“ und die „seit Anfang der 1860er Jahre bestehende Hagener Exportbierbrauerei H.W.Bettermann & Co.“.

Im Zuge der Industrialisierung hätten sich, berichtet Bergmann, immer mehr Großbetriebe entwickelt, die „neue Erfindungen nutzten, gleichbleibende Qualität garantierten und ihren Absatz über ein größeres Gebiet ausdehnten“. Verblüffend: Zwischen 1863 und 1907 stieg der Bierausstoß im Kreis Hagen von knapp 6000 auf über 165.000 Hektoliter an.

Bettermann

Am Ende der napoleonischen Herrschaft, also 1814, gründete Hermann Wilhelm Bettermann höchstwahrscheinlich schon die Exportbierbrauerei Bettermann am unteren Remberg (postalisch früher: Iserlohner Straße 37); er legte damit den Grundstein zu einem der größten Brauerei-Betriebe der Region. Die Dortmunder Aktien Brauerei erwarb 1971 die Hagener Firma und stellte am Remberg noch im gleichen Jahr die Brautätigkeit ein. Ein Teil der Bauten verfiel zunehmend, in einem anderen Teil existierten Bestrebungen, darin ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum zu etablieren. Auch ein „Kinderladen“ fand eine Zeitlang in dem alten Gemäuer sein Domizil.

Dann wurden sämtliche Bauten abgebrochen und durch einen Parkplatz ersetzt. Wiederholt gab es für diese Brache umfangreiche Bau-Pläne, unter anderem war auf dem Bettermann-Gelände neben dem CVJM-Heim mal ein Einkaufszentrum angedacht, sodann ein Hotel, ein Seniorenzentrum und ein „Soziales Rathaus“. All diese Ideen konnten nicht realisiert werden – geblieben ist bis heute hier „nur“ ein Parkplatz.

Lenzmann

Auch Lenzmann war um 1900 ein Großbetrieb, gegründet um 1880. Ab etwa 1892 bürgerte sich wohl der Name Löwenbrauerei ein. Zehn Jahre später firmierte das Unternehmen zunächst als Aktiengesellschaft, anschließend – vermutlich nach einem Eigentümerwechsel – als „Bürgerliches Brauhaus Lenzmann“ und stieß nun etwa 25.000 Hektoliter jährlich aus. Im Deutschen Braumeisterbund ist 1916 ein Max Schädle als Geschäftsführer der Brauerei Lenzmann verzeichnet, er stellte laut Bergmann den Betrieb 1922 ein.

Heimatforscher Ulrich Günnemann weiß: „Die Lenzmannsche Brauerei stand seinerzeit an der Talstraße, die heute Lenzmannstraße heißt. Das Gebäude der Staatsanwaltschaft sowie ein Zweiradhandel befinden sich mittlerweile an dieser Stelle.“

Auch Lenzmann war um 1900 ein Brauerei-Großbetrieb, gegründet um 1880. Heimatforscher Ulrich Günnemann weiß: „Die Lenzmannsche Brauerei stand seinerzeit an der Talstraße, das ist die heutige Lenzmannstraße. Das Gebäude der Staatsanwaltschaft sowie ein Zweiradhandel befinden sich mittlerweile an dieser Stelle.“ (Foto: Sammlung Bergmann)

Kaum Bilder

Was Ulrich Günnemann nun sucht, sind vor allem Fotos und – bezogen auf Bettermann – auch Zeitzeugenberichte. Insbesondere die Brauerei Lenzmann bereitet ihm Kopfzerbrechen – abgesehen von einer Zeichnung im Besitz von Jens Bergmann hat er über dieses Unternehmen bislang noch kein nennenswertes Bildmaterial auftreiben können. Gibt es wochenkurier-Leser, die dem Heimatforscher „auf die Sprünge“ helfen können?

Ulrich Günnemann ist telefonisch erreichbar unter 0160 / 5513471.