Heißes Basketballderby in Eilpe

Hagen. (Red.) Keine Frage, das Gesprächsthema Nummer eins in der lokalen Basketballszene ist diese Woche das Aufeinandertreffen der BG DEK/Fichte Hagen gegen Noma Iserlohn Kangaroos, das am Freitagabend in der Otto-Densch-Halle in Eilpe stattfindet. Sprungball der Spitzenpartie in der Basketball-Regionalliga West ist um 20.15 Uhr.

Hagen gilt ja gemeinhin als das „Tor zum Sauerland“, ist selbst nicht mehr ganz Ruhrgebiet und noch nicht ganz Sauerland. Das sieht ein paar Kilometer weiter schon anders aus: Die Waldstadt Iserlohn liegt bereits voll und ganz im „Land der 1000 Berge“. Und da der Titel „Der Pott kocht“ wohl schon ohnehin eher belegt ist mit dem Fußball-Derby „Dortmund-Schalke“, passt für das anstehende Spitzenspiel in der Basketball-Regionalliga West wohl doch eher „Das Sauerland kocht!“ Ein absolutes Lokalderby verspricht an sich schon immer eine hohe Brisanz. Wenn es sich dann – sechs Spieltage vor Saisonende – auch noch um das mutmaßlich entscheidende Spiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ProB handelt, ist natürlich zusätzlich „Feuer unterm Dach“.

BG-Sieg in Iserlohn

Die BG Hagen hat – als Tabellenführer – von ihren 20 Spielen bisher 19 gewonnen. Bei den Kangaroos aus Iserlohn, dem Tabellenzweiten, steht eine Niederlage mehr auf dem Konto. Das Hinspiel in Iserlohn gewannen die Hagener im November des vergangenen Jahres in einer hochklassigen Partie auf absolutem Zweitliganiveau mit 102:86. „Derbysieg, Derbysieg. Hey, hey!“ begleiteten die angereisten BG-Fans seinerzeit die erste Niederlage der bis dahin ungeschlagenen Iserlohner. Den meisten der 1500 Zuschauer in der ausverkauften Hemberg-Halle verschlug es damals den Atem, der BG-Hagen-Tross kam aus dem Jubeln nicht mehr heraus.

Damals stand auf Seiten der Hagener allerdings noch der überragende Amerikaner Greg Ktistos auf dem Feld, der zu diesem Spiel 16 Punkte beisteuerte. Mittlerweile hat er den Verein gen Heimat verlassen. BG-Trainer Kosta Filippou ist mit den nachverpflichteten Thomas Ble und Philip Perre, die sich immer besser in das Team einfinden, aber ebenfalls sehr zufrieden.

Gegner neu sortiert

Die Waldstädter stehen somit unter Zugzwang, denn eine Niederlage wäre ein erneuter herber Rückschlag im Bemühen, das erklärte Saisonziel „Aufstieg“ doch noch zu erreichen. Nach den beiden Niederlagen gegen die BG und Salzkotten scheinen sich die Iserlohner aber wieder neu sortiert zu haben und streben weiterhin dem großen Ziel entgegen.

Bester Werfer der Iserlohner ist der englische Nationalspieler Orlan Jackman mit 15,4 Punkten, gefolgt von Niklas Geske mit 14,0 Punkten im Schnitt, der aber aufgrund eines Handbruchs im Derby ausfallen wird. Trotzdem bleibt das Iserlohner Team tief besetzt: Kristof Schwarz, Fabian Bleck, EU-Import Gael Hulsen, Joshua und Ruben Dahmen, Olaf Rostek, US-Import Chris Ellis und Talent Marcel Keßen sind ebenfalls allesamt sehr gute Regionalligaspieler.

Bei der BG wird krankheitsbedingt Christopher Viardo ausfallen. Ansonsten dürften alle Mann an Bord sein, auch Center Moritz Krume ist nach seiner Verletzung wieder fit.

Große Karten-Nachfrage

Entsprechend groß ist unter diesen Voraussetzungen natürlich die Karten-Nachfrage. Die Eilper-Rundturnhalle als Heimspielstätte der BG fasst offiziell circa 500 Zuschauer. Im Normalfall war das bisher meist ausreichend. Durch die nahe Iserlohner Lage wollen aber auch von dort viele Fans gern dem Spiel beiwohnen. Das wird bei der geringen Kapazität aber wohl kaum möglich sein. Zwar plant BG-Chef Fredi Rissmann, den – gegenüber der Haupttribüne liegenden – „Heuboden“ zu öffnen und außerdem Stühle im Innenraum aufzustellen. Dann würde man sicherlich auf 800 bis 1000 Zuschauer kommen.

Nicht nachkommen wollte man aber den Iserlohner Forderungen, das Spiel in die über 3000 Zuschauer fassende Enervie-Arena am Ischeland zu verlegen. Dieser Vorschlag stieß bei der BG trotz der zu erwartenden höheren Eintritts-Einnahmequelle auf völliges Unverständnis. Fredi Rissmann war sich hier mit BG-Coach Kosta Filippou einig: „Zum einen wollen wir natürlich nicht den Heimvorteil in unserer Trainingshalle aufgeben. Zum anderen ist es schon etwas befremdlich, wie man von Iserlohner Seite aus versucht, sich in unsere Angelegenheiten zu mischen.“ Den Iserlohner Vorschlag sieht man hier eher als ein Zeichen von Nervosität. Man selber freue sich einfach nur auf das Spiel: „Wir wollen, müssen aber nicht aufsteigen!“ Für genügend Zündstoff ist also schon vor dem Regionalliga-Spitzenspiel gesorgt. Jetzt darf man gespannt sein, was für ein Feuerwerk die Spieler am Freitag auf dem Spielfeld abfackeln.

Die Abendkasse ist, laut Verein, zwei Stunden vorher geöffnet. Eine 2. Kasse für Stehplätze zu je 5 Euro auf dem „Heuboden“ öffnet am Sportlereingang.