Helfer für "Eimertaxi" gesucht

Nützlich, aber derzeit in Gefahr: die Erdkröte. (Foto: NABU)

Hagen. Der NABU-Stadtverband Hagen bittet um Mithilfe: Nachdem sie den Winter in Wald und Garten in frostsicheren Verstecken zugebracht haben, ziehen viele Amphibien zu ihren Geburtsgewässern, um abzulaichen. Dies gilt insbesondere für Feuersalamander, Grasfrosch, und die hier im Hagener Gebiet häufig vorkommende Erdkröte. Hauptwanderzeit ist zwischen Mitte Februar und Ende April. Sobald die erste milde Witterung einsetzt, beginnen die Amphibien mit ihrer Wanderung zum Laichplatz.

Regnerisches Wetter, Bodentemperaturen von über fünf Grad Celsius und einsetzende Dämmerung lösen das Wanderverhalten aus. Oft werden dabei in mehrtägigen Etappen große Strecken zurückgelegt. Die Amphibien sind am häufigsten zwischen 19 und 23 Uhr unterwegs. Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen viele Amphibien Straßen überqueren. Manchmal bleiben die Kröten längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und werden ein leichtes Opfer anrollender Autos. Eine oft unterschätzte Gefahr ist der Strömungsdruck der Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometer werden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen.

Darum die Bitte an alle Autofahrer: „Achten Sie auf die wandernden Tiere und Krötenzaunbetreuer am Straßenrand! Fahren Sie vorsichtig und nehmen Sie den Fuß vom Gaspedal!“

Der NABU-Stadtverband Hagen betreut einige Amphibienschutzzäune im Hagener Stadtgebiet, die bei günstiger Witterung unter Mithilfe der Biologischen Station Hagen auch in diesem Jahr wieder aufgebaut werden. Hierfür werden für die Gebiete Nimmertal, Nahmertal, Königsee, Hohenlimburger Straße, Waterhövel, B54 Stadtausgang Rummenohl und auf Büren noch dringend Anwohner und andere Amphibienschützer als ehrenamtliche Helfer gesucht. Die Amphibienschutzzäune und Fangeimer müssen täglich betreut und die Amphibien im „Eimertaxi“ über die Straße gebracht werden.

Für weitere Informationen veranstaltet der Nabu einen Infoabend am Dienstag, 12. März 2013, um 19 Uhr in der Biologischen Station Hagen, Haus Busch 2.

Übrigens: Erdkröten sind als Nützlinge einzustufen. Sie gelten als Kulturnachfolger, haben sich also mit der Nähe des Menschen arrangiert. Sie leben unter Steinen, Laub oder selbst gegrabenen Erdlöchern, wo sie ihre Tage verbringen können.

Nachts gehen sie auf Nahrungssuche. Ihr Speiseplan besteht aus vielen Tieren, die der Mensch als Ungeziefer bezeichnet – wie Würmern, Schnecken, Asseln und Spinnen. Gerade dem Hobby-Gärtner dürfte das Wohlergehen solcher Gartenhelfer am Herzen liegen. Man kann auch sagen, die Amphibien stellen ein wichtiges Glied in der ökologischen Kette dar. Doch durch den Bau von Straßen, Entwässerung und Planierung von Feuchtgebieten, Einsatz von Herbiziden und Düngemitteln wurden und werden ihre Lebensräume zerstört. Etliche Arten sind vom Aussterben bedroht!

Alle drei erwähnten Arten – Feuersalamander, Grasfrosch und die Erdkröte – haben den Status „besonders geschützt“. Besonders geschützte Arten dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.