Herbstliche Ernte

Die ersten Maisflächen werden jetzt gehäckselt und als Winterfutter für die Rinder einsiliert. (Foto: wlv)

Ennepe-Ruhr-Kreis/Hagen. Der Hebst beginnt – und damit auch die herbstliche Erntearbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen. Die letzten Früchte, die noch auf den Feldern stehen, sind Kartoffeln und Mais. Und auch das Grünland wartet vielfach noch auf den letzten Schnitt. Während Kartoffeln schon seit geraumer Zeit abgeerntet werden, beginnen in diesen Tagen die ersten heimischen Landwirte mit der Ernte des Maises.

„Rund zwei bis drei Wochen später als im vergangenen Jahr ist der Mais in seiner Entwicklung vorangeschritten, so dass auch die Ernte dementsprechend später beginnt“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Friedrich Flüs. Zunächst hat ein kühles Frühjahr den Wärme liebenden Mais in seiner Jugendentwicklung nur sehr langsam wachsen lassen, dann setzte die Trockenheit im Juli ein und im August gab es wieder Feuchtigkeit und kühlere Temperaturen. Neben der späteren Abreife führt dieses  – besonders die Trockenheit im Hochsommer – vielfach zu Ertragseinbuchen, so Flüs.

„Regional gibt es deutliche Unterschiede, die von der Bodenqualität, aber auch den Regenmengen und der Regenverteilung abhängen. Je schlechter das Wasserspeicherungsvermögen der Böden ist, umso geringer werden die Erträge sein“, so der Vorsitzende. Selbst kleinste Bodenveränderungen führten in diesem Jahr zu Ertragsunterschieden.

Das schöne Wetter dieser Woche nutzten die Landwirte im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen vielfach auch, um den letzten Grasschnitt zu erledigen. Nach dem Schneiden muss das gemähte Gras noch rund zwei Tage etwas antrocknen, dann wird es eingefahren. Der größte Anteil dieses ersten Schnittes werde in der Region als Silage konserviert, zeigt der Kreisverbandsvorsitzende auf. Dann wird es zusammengefahren, stark verdichtet und mit einer Folie luftdicht abgedeckt. Abgeschlossen von der Luft läuft der Gärungsprozess ab. Er ist vergleichbar mit den Prozessen, die sich bei der Herstellung von Sauerkraut abspielen. Die luftscheuen Milchsäurebakterien konservieren das Gras und machen es haltbar. Eine andere Möglichkeit, das Gras zu silieren, so Friedrich Flüs, sei, es in große Ballen zu pressen, die dann mit Folie umwickelt würden. Diese Verfahren eigne sich besonders für kleinere Mengen.

Da die Grassilage ein gutes und wichtiges Winterfutter für die Tiere sei, bittet Flüs darum, nicht unbedacht die Folien zu zerstören. Auch nur kleine Löcher, durch die Luft dringe, führten dazu, dass das Futter verderbe.