Herdecker schenken ihrer Heimat ein Denkmal

Herdecke. (ME) Abgesehen vom Stiftsbezirk und den alten Wohnplätzen rund um Bachplatz und Hauptstraße ist in Herdecke vor allem der Bereich unmittelbar an der Ruhr von besonderem historischen Wert. Hier befanden sich die Mühle, die Flussquerung und später die wichtigsten Industriebetriebe. Man denke nur an die Textilfabrik Habig, die jahrzehntelang der größte Arbeitgeber in der Ruhrstadt war.

Geschenk der Herdecker

An diese epochale Entwicklung soll künftig intensiver als bislang erinnert werden. Geplant ist ein Denkmal, dessen Aufstellung bereits vom Rat der Stadt Herdecke abgesegnet worden ist, das aber nicht aus Steuermitteln finanziert wird, sondern von möglichst vielen Herdecker Bürgern.
Um dieses Geld zusammen bekommen zu können, wird jetzt eine große Spendenaktion gestartet. Mit-Organisatorin Dr. Inge Habig bittet: „Liebe Herdecker, helfen Sie mit, diese Erinnerung an ein bedeutendes Kapitel heimischer Geschichte mit Manufakturen, Klein- und Großbetrieben auf den Weg zu bringen. Tragen Sie mit Ihrem ‚Scherflein‘ dazu bei, diesen ‚Wegweiser“ als ein Geschenk an die Stadt zu realiseren.“
Das „Denkmal zur Herdecker Wirtschaftsgeschichte an Mühlengraben und Ruhr“ soll in der unmittelbaren Nachbarschaft des Mühlsteins an der Mühlenstraße – direkt am Blumenbeet vor der Mauer – aufgestellt werden. Die Hagener Architektin und Stadtplanerin Prof. Sigrun Dechene hat ein Objekt entworfen, das Anklänge an ein Leporello zeigt, also an ein Faltblatt.

Elf Tafeln

Insgeamt elf Bild- und Texttafeln von unterschiedlicher Größe staffeln sich hintereinander und ermöglichen die Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten der Mühlengraben-Wirtschaftsgeschichte. Das Denkmal soll in seinen wesentlichen Teilen aus Cortenstahl bestehen, enthält eine Sitzbank und wird nach dem aktuellen Planungsstand etwa 20.000 Euro kosten.
Inge Habig: „Die historische Wegzeile entlang der neu erbauten Mühlenstraße ist besonders geeignet, die schon vorhandenen städtischen Erinnerungsmale zu vervollständigen. Sie beginnen am ältesten und wirtschaftsgeschichtlich wichtigen Herdecker Haus Hauptstraße 1 und am Mühlstein der Äbtissin Philippina von Romberg.“

Mit dem Heimatbund

Die Tafeltexte werden von der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Inge Habig und von dem Historiker Prof. Dr. Gerhard E. Sollbach verfasst. Realisiert wird das Denkmal in Zusammenarbeit mit dem Hagener Heimatbund, der als Träger auch eventuell erwünschte Spendenquittungen ausstellt.
Alle, die nennenswert spenden (ab hundert Euro), bekommen einen DIN-A3-Sonderdruck der Denkmalzeichnung geschenkt. Seit Freitag verteilt Inge Habig außerdem „Spendenbriefe“, um auf diese Art und Weise ebenfalls auf das Vorhaben hinzuweisen.
Wer keinen Brief erhält, erfährt hier alle wichtigen Daten:
Hagener Heimatbund e.V.,
Spendenkonto DE58 4505 0001 01000311 45,
Verwendungszweck: Herdecker Wirtschaftsdenkmal.