Herzenssache: Für den Sport nie zu alt

Hagen. (Red.) „Ich komme immer gerne in meine Herzsportgruppe zum TSV Hagen 1860. Das hält mich jung, denn durch den Herzsport bin ich heute noch mit 90 Jahren gut beieinander – trotz Herz-Operation!“, erklärt Werner Müller, Hagens ältester Herzsportteilnehmer.

Werner Müller ist stolze 90 Jahre alt und betreibt den Herzsport beim TSV Hagen 1860 noch immer mit Begeisterung. (Foto: TSV Hagen 1860 e.V.)

„Hier in der Herzsportgruppe bewegen sich Menschen, die eine Erkrankung am oder im Herzen hatten oder haben und nun auf ärztliche Verordnung hin Sport treiben. Das sind zum Beispiel Teilnehmer nach Herzkranzgefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Bypass- und Herzklappenoperationen, sowie nach der Einsetzung eines Herzschrittmachers oder Diabetes. Ziel ist es, ihre frühere körperliche Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen oder diese gar zu verbessern“, erläutert der begleitende Oberarzt Dr. Eberhard Soennecken.

Belastungsgruppen

„Damit sich der Körperkreislauf beispielsweise nach einem Herzinfarkt erst langsam wieder an die Anstrengung gewöhnt, teilen wir die Teilnehmer nach Belastungsgruppen ein“, so Übungsleiter Hans Harder und fügte hinzu: „Jeder fängt so an, wie der Hausarzt die Belastung des Teilnehmers bescheinigt. Die Übungen werden also den jeweiligen persönlichen Voraussetzungen angepasst. Außerdem habe man die Chance später in andere Belastungsgruppen aufzusteigen. Je öfter man über einen längeren Zeitraum am Training teilnimmt – und viele Teilnehmer sind schon seit Jahren dabei – um so leichter erreicht man eine höhere Watt-Leistung, die der Teilnehmer beim Hausarzt oder in der Klinik auf dem Ergometer erreicht. Die höchste Stufe ist ab 125 Watt erreicht und die niedrigste liegt bei 50 Watt.“

Unter Aufsicht

Die Übungsstunden finden immer unter fachlicher Anleitung eines speziell ausgebildeten Übungsleiters und unter ärztlicher Kontrolle statt. Der Arzt beobachtet aber nicht nur, er kann im Bedarfsfall auch sofort helfen. Das gibt einem Teilnehmer, der vielleicht erst kürzlich einen Infarkt erlitten hat, zusätzliche Sicherheit. „Ich hab so was schon mal mitgemacht. Nach einer OP musste ich aussetzen. Das hat mir damals die Angst genommen und geholfen, langsam wieder in Form zu kommen. Seitdem freue ich mich auf den Herzsport“, meint ein anderer Teilnehmer, Jürgen B., der nächste Woche am Dienstag zur Übungsstunde wieder kommen wird.

Nach ärztlicher Verordnung („ohne“ ist man Selbstzahler) geht es zur Krankenkasse und dann kann es losgehen. „Körper und Kreislauf werden systematisch in Schwung gebracht. Neben Ausdauer, Bewegung und Spiele gibt es auch Kräftigungs-, Mobilisierungs-, und Entspannungsanteile. Dabei steht immer der gemeinsame Spaß im Vordergrund. So manche Wanderung, Fahrt und Feier bleibt in guter Erinnerung. Wichtig ist aber sowohl die persönliche Beziehung als auch das Gespräch miteinander“, findet Übungsleiter Hans Harder, für den Herzsport eine Herzensangelegenheit ist.

„Für mich ist die Herzsportgruppe die beste und die sicherste Art Sport zu treiben. Ferner fühle ich mich innerhalb der Gemeinschaft sehr wohl“, ist Werner Müller als ältester Teilnehmer mit seinen 90 Jahren begeistert , der auch selbst Humor und Frohsinn ausstrahlt und von dem noch viele Herzsportler einiges lernen können.

Die Übungsstunden des TSV Hagen 1860 e.V. – zurzeit existieren sieben Herzsportgruppen – werden angeboten: Dienstags 18, 19 und 20 Uhr, donnerstags 17.30, 18, 18.30 und 19 Uhr. Sie dauern jeweils 60 Minuten. Weitere Infos gibt es in der Geschäftsstelle des TSV Hagen 1860 e.V., Telefon 02331 / 67777, und unter www.tsvhagen1860.de.