Hilfe für schlaue Kinder

Die dreifache Mutter Sabine Maria Gärtner (r.) leitet seit zehn Jahren die Hagener Gruppe der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind. In Angela Gehrmann (l.), Mutter von zwei Kindern, fand sie eine Mitstreiterin. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) in Hagen feiert am Sonntag, 5. September, ab 15 Uhr sein zehnjähriges Bestehen im „Haus für Kinder“, Potthofstraße 20. Denn genau seit zehn Jahren treffen sich Eltern hochbegabter Kinder regelmäßig einmal im Monat im Haus der Familie Gärtner in der Regerstraße 10 zum Austausch und zur Beratung.

Klassenclownerie, Bauchschmerzen, Migräne, Aggression oder Lethargie bis hin zur Schulverweigerung können Hinweise auf eine Unterforderung des Kindes sein. Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein, in dem sich betroffene Eltern, Pädagogen, Psychologen sowie andere Interessierte ehrenamtlich für die Förderung hochbegabter Kinder einsetzen.

Die DGhK entstand aus der Erfahrung, dass hochbegabte Kinder Probleme in der Schule und im sozialen Umgang entwickeln können, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse lange Zeit nicht wahrgenommen wurden und die Kinder deshalb ihre Fähigkeiten nicht entfalten konnten. Dürfen die Kinder hingegen soviel fragen, lesen, lernen, experimentieren, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, haben sie meist nicht mehr oder weniger Probleme wie andere Kinder auch. Seit zehn Jahren gibt es in Hagen einen DGhK-Gesprächskreis, der von Sabine Maria Gärtner gegründet wurde und seither monatlich stattfindet. Seit einem Jahr unterstützt Angela Gehrmann den Gesprächskreis Hagen.

Vor zwei Jahren wurde das Netzwerk Besondere Begabung Hagen (NBBH) gegründet. Das Netzwerk engagiert sich für die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderer Begabung in der Volmestadt: Der Zusammenschluss aus Vertretern aller Schulformen und aller Beratungsstellen der Stadt Hagen organisiert unter anderem Fortbildungen und berät ebenfalls alle Hilfesuchenden.

Finden und fördern

Hochbegabte Kinder zeichnen sich durch sehr früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen aus, durch die sie Gleichaltrigen oft beträchtlich voraus sind. Dies kann den logisch-mathematischen, den sprachlichen, den musikalischen, den bildnerisch-künstlerischen, den sportlichen oder den sozialen Bereich – manchmal auch mehrere dieser Bereiche gleichzeitig – betreffen. Zwei bis drei Prozent aller Kinder sind weit überdurchschnittlich intellektuell befähigt und gelten somit als hochbegabt. Sie zu finden und zu fördern ist auch Thema des Bundesbildungsministeriums (bmf). Die individuelle Förderung ist auch Schwerpunktthema bei Chancen-NRW. Mit der Hagener Mensa-Gruppe arbeitet das DGhK-Team aus Hagen ebenfalls zusammen: Mensa-Kids ist seit einem Jahr in Hagen aktiv. Die DGhK stellt sich für Informationsvorträge in Kindergärten, Schulen und anderen interessierten Gruppen zur Verfügung.

Am Sonntag, 5. September, sind alle Gesprächsteilnehmer der letzten zehn Jahre und neue Interessenten herzlich eingeladen, ab 15 Uhr an dem kleinen Fest teilzunehmen. Die Bürgermeisterin Brigitte Kramps wird in ihrer Eigenschaft als Schirmherrin der Selbsthilfegruppen auch anwesend sein.

Kontakt: Beratung ab 5. Schuljahr: Maria Gärtner, Telefon 0 23 31 / 88 07 32, info@dghk-hagen.de

Beratung bis zum 5. Schuljahr: A. Gehrmann, Telefon 0 23 31 / 68 91 56, angela.gehrmann@web.de