Hilfe in der Not: Projekte auf drei Kontinenten

Sie stellten den Jahresbericht vor, um Transparenz zu schaffen: Erich G. Fritz, Vorsitzender der Georg-Kraus-Stiftung, Mitarbeiterin Cristina Silva-Braun (l.) und Pressesprecherin Julia Dettmann. (Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. (ce) Rettende, schützende und zukunftsweisende Hilfsprojekte verschiedenster Art für Menschen in tiefer Not vor allem rund um den südlichen Erdteil laufen in Haspe zusammen. Dort legte am Mittwoch, 4. Juli, Erich G. Fritz als Vorsitzender der Georg-Kraus-Stiftung, den Jahresbericht der Stiftungsarbeit vor. Darin kann der Leser Einzelheiten erfahren über die zwanzig Entwicklungsprojekte in Afrika, die vierzehn in Asien und neun in Lateinamerika, die die Georg-Kraus-Stiftung im vergangenen Jahr mit insgesamt rund 306.000 Euro gefördert hat.

Helfer-Netzwerk

Die in Haspe ansässige gemeinnützige Stiftung verfolgt zwei Hauptzwecke. Entwicklungszusammenarbeit unter dem Motto „Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg“ steht dabei an oberste Stelle.

„Wir haben ein beachtliches Netzwerk aufgebaut. Dazu gehören gemeinnützige Organisationen aus ganz Deutschland mit Standorten direkt an den Orten der Welt, wo dringend Förderung Not tut“, erläutert Erich G. Fritz.

„Unsere Partner beantragen bei uns Fördermittel, müssen uns aber detaillierte Kostenkalkulationen vorlegen und die Nachhaltigkeit belegen.“ Die Georg-Kraus-Stiftung besteht genauso auf einem Nachweis über die Vergabe der gewährten Mittel.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ziel dieser Förderprojekte ist Hilfe zur Selbsthilfe. Sie richten sich vornehmlich an Kinder, Jugendliche, Mädchen und junge Frauen in armen Ländern des Südens. Bevorzugt gefördert werden Projekte, die den Menschen langfristig ermöglichen, für sich selbst zu sorgen, wie Schutzprojekte, Qualifizierungs- und Ausbildungsmaßnahmen.
„Jedes Jahr versammeln wir alle unsere Projektpartner zu einer Netzwerktagung in Hagen, um voneinander und gemeinsam zu lernen“, so Erich G. Fritz.

Einsamkeit im Alter

Den zweiten Stiftungszweck bilden Sozialprojekte in Europa. Hier hat die Stiftung vor allem ältere Menschen im Blick. „Bald wird in Deutschland jeder Dritte über 60 Jahre alt sein. Dann wird die weitaus größte Armut der Menschen keine wirtschaftliche, sondern eine seelische sein. Viele – häufig Frauen – werden vereinsamen“, vermutet der Stiftungsvorsitzende.
Der Vereinsamung im Alter begegnet die Georg-Kraus-Stiftung mit den Projekten „Gemeinsames Wohnen im Alter“, die sie seit 2008 in Solingen und seit 2011 am Elbersufer in der Hagener Innenstadt betreibt. In dieser Hinsicht wird sich die Stiftung in Zukunft aber verstärkt in Osteuropa engagieren. „In Ländern wie Rumänien, Bulgarien und der Ukraine sind alte Menschen fast automatisch auch arm und werden ohne fachliche Betreuung oder Anregungen in oft erbärmlichen, überbelegten Räumen lediglich verwahrt“, begründet Erich G. Fritz diesen Vorstandsbeschluss.
Direkt in Haspe wird die Stiftung mit rund 200 Euro weiterhin die Einrichtung „Korbacher 20“ unterstützen.

Besondere Fördermittel

Es war ein gutes Stiftungs-Jahr. Die Georg-Kraus-Stiftung kann trotz des allgemeinen Zinstiefs immer noch zusätzliche Mittel ausschütten. Möglich wird das durch die Unternehmensbeteiligung an „Wikinger Reisen“. Hans-Georg und Anne Kraus, die Gründer des Reiseunternehmens, haben auch die Stiftung in Leben gerufen.

Mehr zum Thema

Ziel der Stiftungsarbeit ist, dass die geförderten Projekte schnell zur Selbstständigkeit reifen und sich auch ohne Hilfe aus Europa getragen von der Regierung und den Menschen vor Ort weiter entwickeln. Wer spenden und mithelfen möchte, kann das tun über das Spendenkonto GK Stiftung, Commerzbank Hagen, IBAN: DE46450800600923688000, BIC: DRESDEFF450. Näheres zum Thema und Einblick in den Jahresbericht gibt es unter www.georg-kraus-stiftung.de. Weitere Auskünfte gibt Ansprechpartnerin Cristina Silva-Braun auch unter Tel. 02331 /  4891350.