"Hilflos steht man vor all dem Grauen"

"Hilflos steht man vor all dem Grauen" - so lautet der Titel des neuen Buches von Ralf Blank. (Foto: Stadt Hagen)
„Hilflos steht man vor all dem Grauen“ – so lautet der Titel des neuen Buches von Ralf Blank. (Foto: Stadt Hagen)

Hagen. Der Historiker Dr. Ralf Blank stellt sein neues Buch „,Hilflos steht man vor all dem Grauen‘ – Tagebücher aus der Kriegs- und Nachkriegszeit 1943-1948“ am kommenden Dienstag, 8. Dezember, um 15 Uhr in der Lounge des Hagener Osthaus-Museums vor.

Von amtlichen Stellen geführte Tagebücher wie das Kriegstagebuch der Luftschutzleitung Hagen und private Aufzeichnungen wie das Tagebuch des Hagener Bürgers Richard Römer bilden wichtige Quellen für die Stadt- und Regionalgeschichte. Im Vergleich und in der Gegenüberstellung dokumentieren sie einerseits die Erfahrungen ihrer Urheber, die im Fall des Kriegstagebuchs versuchten, eine dienstliche Professionalität zu bewahren. Auf der anderen Seite spiegeln vor allem private Tagebücher wie das von Richard Römer die Gedankenwelt, die Ängste und die Verzweiflung der Menschen angesichts von Krieg und Gewalt wider.

Luftkrieg

Das Kriegstagebuch des Luftschutzortes Hagen dokumentiert minutiös die Ereignisse des Luftkriegs in Hagen und in der umliegenden Region. Es enthält zudem Anmerkungen und Kommentare, die trotz ihrer nüchternen Sprache den Schrecken des Krieges aufzeigen. Richard Römer war Betriebsobmann der Deutschen Arbeitsfront in den Hagener Stadtwerken, einem nationalsozialistischen Vorzeigebetrieb. Als Funktionär und Parteimitglied gehörte er zur „volksgemeinschaftlichen“ Elite. Doch ganz im Gegensatz zu dieser Position enthält sein seit Sommer 1943 begonnenes Tagebuch deutliche Kritik am NS-Regime und den ergriffenen Kriegsmaßnahmen, den Krieg sah er lange vor seinem Ende als verloren an. Seine  Tagebuchaufzeichnungen führte er bis Anfang 1948 weiter, sie sind auch ein wichtiges Dokument zur frühen Nachkriegszeit in Hagen.

Das Buch „‚Hilflos steht man vor all dem Grauen’ – Tagebücher aus der Kriegs- und Nachkriegszeit 1943-1948“ ist für 22,95 Euro im heimischen Buchhandel erhältlich (Klartext-Verlag). Neben der Buchpräsentation werden am Dienstag neue Projekte des Stadtarchivs für das kommende Jahr, auch in Kooperation mit dem Hagener Heimatbund und anderen Partnern, vorgestellt.