Hinter Hagens Hauptbahnhof wird „aufgeräumt“

Hagen. (ME) Tack, tack, tack, tack, tack… – das nervige Geräusch übertönt sogar die lauten Fahrgeräusche der Züge aus dem Bereich des Hagener Hauptbahnhofs. Und wieder: tack, tack, tack, tack, tack… Der, der da mit steter Monotonie „hämmert“, ist ein Bagger im Bereich der Plessenstraße. „Bewaffnet“ mit einem Meißel zerlegt er altes Gemäuer in kleine Brocken. Diese Brocken türmen sich rechts und links der Volme – unmittelbar vor dem Zusammenfluss mit der Ennepe – zu riesigen Haufen auf.

Nur eine Halle

Wer hier entlang spaziert, sieht: Zwischen der Harkort-Eicken-Fabrik (Stahlwerke Südwestfalen) im Süden und Eckesey im Norden wird am Fuß der Philippshöhe Platz gemacht – „mit Hochdruck“. Lediglich eine einzige Halle der früheren Firma Funcke und Hueck bleibt erhalten; sie steht unter Denkmalschutz. Über das freigelegte Gelände wird künftig unter anderem die Bahnhofshinterfahrung geführt.

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen baut derzeit im Auftrag der Stadt Hagen diese Hinterfahrung. Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt wurden am 30. April im Beisein des Oberbürgermeisters Erik O. Schulz offiziell begonnen.

Die Bahnhofshinterfahrung bringt viel Gutes mit sich. Die Innenstadt wird entlastet, die Infrastruktur verbessert, kontaminierte Böden werden aus dem Grundwasserbereich geholt und unter der späteren Fahrbahn sicher wieder eingebaut. Als Nebeneffekt werden die ehemaligen Flächen von „TGZ“, „Postbahnhof“ und „Putzke“ zu höherwertig nutzbaren Flächen erschlossen.

Brücken-Abbruch

Bis nun der Endzustand erreicht ist, müssen im Bereich des Baufeldes die Ennepe-Eisenbahnbrücke und das Viadukt über der Plessenstraße abgebrochen werden. Es finden in diesem Bereich große Bodenbewegungen und Ausschachtungen mit Tiefen von bis zu vier Metern im Zuge der Bodensanierung statt. Letztendlich muss für den neuen Straßendamm ein ca. vier Meter hoher Erdkörper angefüllt werden.

Es wird sowohl eine neue Ennepebrücke als auch eine neue Volmebrücke errichtet. Dies sind nur einige für den Fahrzeug- und den Fußgängerverkehr unüberwindbare Hindernisse, die eine Verkehrsführung durch das Baufeld unmöglich machen.

Alles gesperrt

Aus diesen Gründen ist es notwendig, die Plessenstraße im Bereich der Hausnummer 20 vor der Ennepe-Brücke für den Kraftfahrzeug- und auch den Fußgängerverkehr ab Mittwoch, 27. Mai, zu sperren. Ebenso wird die Plessenstraße im Bereich des Umspannwerkes (Plessenstraße 1) für den Kfz- und den Fußgängerverkehr gesperrt.

Als Alternativen steht für die Bewohner der Philippshöhe die Zuwegung über die Kiefernstraße zur Kuhlestraße zur Verfügung, wo auch der Anschluss zum Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) mit der Haltestelle Heinrichstraße gegeben ist. Hier gibt es im Viertelstunden-Takt die Möglichkeit, mit den Linien 517 und 547 den Bahnhof Hagen in fünf Minuten zu erreichen.
Der Tunnel Werdestraße muss ebenfalls gesperrt werden, da die Mündung des Tunnels direkt im Baufeld der Großbaumaßnahme endet. Wer hier vom Bahnhofsbereich aus in Richtung Sedanstraße möchte, der muss über die Eckeseyer Straße ausweichen.

Im Bereich der Sedanstraßen-Brücke bleibt bis zum Herbst die fußläufige Verbindung von der Eckeseyer Straße in Richtung Sedanstraße über die Brücke bestehen. Der WBH bittet um Verständnis für diese unvermeidbaren Einschränkungen bei der Umsetzung dieser Großbaumaßnahme.