Hohenhof „geadelt“

Hagen.(Red./ME) Der Hagener Hohenhof ist bekanntlich ein Juwel. Es gibt sogar Experten, die überzeugt sind, das 1908 von dem belgischen Architekten Henry van de Velde im Auftrag von Karl Ernst Osthaus erbaute Landhaus sei ein hervorragender Kandidat für die Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Jetzt wurde der Hohenhof in einem anderen Zusammenhang „geadelt“: Seit April ist das Landhaus Mitglied im erlauchten Netzwerk „Iconic Houses“.

Bei diesem weltweiten „Netzwerk“ handelt es sich um außergewöhnliche Architektenhäuser des 20. Jahrhunderts, die einen besonderen Stellenwert in der Geschichte der modernen Architektur haben und für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Als erstes Bauwerk im Ruhrgebiet und in Westfalen wurde das Wohnhaus für den Hagener Folkwang-Museumsgründer in diese bedeutende Liste aufgenommen.

150 Bauten

„Iconic Houses“ ist eine einzigartige Informationsquelle für alle interessierten Architekturliebhaber. Auf einer Weltkarte werden rund 150 Architektenhäuser mit entsprechenden Daten, Fotos, Hintergrundinformationen und aktuellen Hinweisen angezeigt. „Teil dieses Netzwerks zu sein, bedeutet für den Hohenhof eine wesentliche Anerkennung und ist ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die weltweite Verbreitung des Werkes von Henry van de Velde“, so Dr. Birgit Schulte vom Fachbereich Kultur der Stadt Hagen, die den Hohenhof betreut. „Vor dem Hintergrund der Einbindung in den Welterbeantrag ‚Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet’ ist dieser Status für den Hohenhof ein Gewinn“, unterstreicht Dr. Tayfun Belgin, Leiter des Hagener Fachbereichs Kultur.

Herausforderung

Der Beigeordnete für Kultur der Stadt Hagen, Thomas Huyeng, verweist auf die Problematik, ein solch herausragendes Denkmal für die Nachwelt zu bewahren: „Eine große Herausforderung für die Gesellschaft wird der dauerhafte Erhalt des Hohenhofes für alle Generationen sein. Dies wird der Stadt Hagen nur mit der Hilfe Dritter in einer gesellschaftlichen Gesamtverantwortung zukünftig gelingen können.“

Die Aufnahme in das im November 2012 gegründete „Iconic Houses Network“ folgt strengen Aufnahmekriterien. Es werden ausschließlich herausragende Bauten ausgewählt. So dürfen große Namen wie Fallingwater von Frank Lloyd Wright oder das UNESCO-Welterbe Villa Tugendhat von Mies van der Rohe nicht fehlen. Doch auch Entdeckungen wie Mart van Schijndels Wohnhaus in Utrecht/ Niederlande sowie weitere Häuser, die sogar Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste anbieten, werden aufgenommen. Zwei weitere van-de-Velde-Bauten in Deutschland haben übrigens ebenso den Rang als „Iconic House“: Van de Veldes Wohnhaus „Hohe Pappeln“ in Weimar sowie die „Villa Esche“ in Chemnitz.

Das „Iconic Houses Network“ verbindet den Tourismus mit der Wertschätzung der Architektenhäuser des 20. Jahrhunderts. So sollen auf der einen Seite Besucher angelockt werden, auf der anderen Seite soll ein Bewusstsein geschaffen werden dafür, dass die Häuser, deren Unterhalt und Betrieb in Zeiten personeller und finanzieller Engpässe oftmals nicht gesichert ist, „am Leben erhalten werden“.

Führung

Eine öffentliche Führung in der Osthaus-Villa Hohenhof findet am Mittwoch, 15. April 2015, ab 16 Uhr statt. Dr. Elisabeth May erläutert dort die Besonderheiten der Jugendstil-Villa und informiert über Bewohner, Erbauer und bedeutende Künstler wie Ferdinand Hodler und Henri Matisse, die ihre Werke teilweise speziell für das als Gesamtkunstwerk geplante Gebäude schufen. Ein Rundgang am Stirnband zu den Lauweriks-Häusern und der Villa Cuno von Peter Behrens schließt sich an.

Der Eintritt in Höhe von drei Euro (ermäßigt 1,50 Euro bzw. ein Euro) sowie die Teilnahmegebühr von sieben Euro sind an der Kasse des Treffpunkts, Hohenhof, Stirnband 10, zu entrichten. Eine verbindliche telefonische Anmeldung unter der Nummer 02331/ 207-2740 ist erforderlich, die Veranstaltung findet ab einer Teilnehmerzahl von zehn Personen statt.

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