Hohenlimburgerin plant Ball in Schwerte

Hohenlimburg. (saz) „Sehen Sie, Frau …, ich kann doch nähen!“ – Dieser Facebook-Eintrag zum ersten selbstgenähten Rock stellte für die jetzt 42-jährige Alexandra Gerull einen Triumph über ihre ehemalige Handarbeits-Lehrerin dar. Auch wenn sie sich nicht mehr an den Namen der Lehrerin erinnerte, so ist ihr doch der Turnbeutel in Erinnerung geblieben, den sie mit Müh und Not fertig bekommen hatte. Ihr Fazit aus dem Handarbeits-Unterricht war: „Nähen ist nichts für mich.“

Im Laufe der Jahre stellte die studierte Theaterwissenschaftlerin jedoch fest, dass es die Kleidung, die sie gerne haben wollte, einfach nicht von der Stange zu kaufen gibt. Eine Zeit lang halfen ihr die nähende Oma oder beispielsweise beim selbstdesignten Hochzeitskleid auch mal die Schneiderin weiter. Doch 2010, nach der Geburt ihres Sohnes Bruno, hat sie die Mutterzeit genutzt, um einen Nähkurs im Stoffladen vor Ort zu machen. Ein Jahr lang hat sie im Kurs und auch viel allein zu Hause genäht und schließlich festgestellt: „Ich kann ja doch nähen.“

Ein bisschen wie Zaubern

Über ihre Online-Aktivitäten mit ihrem Blog „MamaMachtSachen“ hat sie bereits viele andere Menschen kennengelernt, die ihrem neuen Hobby ebenfalls nachgehen. Und die sind so vielfältig, wie das Hobby selbst: Da sind Leute aus der Mittelalter-Szene, die ihre Kleidung selbst entwerfen und schneidern. Andere haben sich der Viktorianischen Ära verschrieben. Und wieder andere zum Beispiel den Fünfziger Jahren. Je weiter die Epoche zeitlich zurückliegt, desto schwieriger und komplizierter wird die Nachahmung. „Das ist ein bisschen wie Zaubern, wenn man sieht, was man durch das Nähen alles möglich machen kann.“ Sie selbst hat sich ein wenig in die Schnitte der frühen 60er Jahre verliebt.

Leider sind manche Traum-Kleidungsstücke nicht immer unbedingt alltagstauglich. Regelmäßig lange Abendkleider tragen – „so ein Leben führe ich einfach nicht.“ Beim ersten Blogger-Treffen 2012 in Köln kam sie mit ein paar anderen Näherinnen ins Gespräch und schnell kam der Wunsch nach einem Cocktailabend oder ähnlichem auf, bei dem auch die schickeren Eigenkreationen zum Tragen kommen könnten. „Beim Theater war ich es gewohnt, dass wir nach der Premiere noch feiern gegangen sind“, erinnert sich die ehemalige Regisseurin. „Warum sollten wir so etwas nicht auch bei einem fertig-genähten Projekt machen?“

Ein Abend mit Glamour

So entstand die Idee zu etwas mit etwas mehr Feiercharakter, etwas mehr Glamour. Unter dem Motto „Der Pott goes Glam“ findet am Samstag, 14. März 2015, in der Rohrmeisterei in Schwerte zum ersten Mal der „Dressmakers’ Ball“ statt. Wichtig an diesem Abend ist natürlich vor allem die Garderobe: Das Outfit muss selbst genäht sein! Bei Paaren oder Gruppen reicht es allerdings, wenn die Hälfte Selbstgenähtes trägt. „40 Anmeldungen habe ich bereits für den Ball. Gerade noch habe ich eine Eintrittskarte in die Schweiz verschickt“, freut sich die 42-Jährige. Für weitere 20 Leute wäre in der Rohrmeisterei noch Platz. Die Eintrittskarte kostet mit allem drum und dran 79 Euro. Erhältlich sind die Tickets unter dressmakersball@gmail.com.

„Es geht beim Ball vor allem darum, Spaß zu haben, unser Hobby zu feiern, schicke Klamotten auszuführen, Kontakte zu knüpfen und neue Inspirationen zu erhalten!“