Holger Anthes: Geboren am 29. Februar …

Hagen. (san) Streng genommen feiert der Mann heute seinen 13. “echten“ Geburtstag. Aber real darf man Holger Anthes heute zu 52 Jahren gratulieren! In der ehemaligen Geburtsklinik im schmucken Jugendstil-Juwel „Hohenhof“ am 29. Februar 1960 zur Welt gekommen, ist der heutige Architekt ein Schalttag-Geborener – und mit diesem Jahrgang obendrein ein Rosenmontagskind.

Holger Anthes wurde am Schalttag 29. Februar 1960 in der ehemaligen Frauenklinik im Hohenhof geboren. Das bestätigt die Geburtsurkunde. Dieser Tag war zudem ein Rosenmontag. Schicksal oder Zufall? (Foto: Schievelbusch)

Dass er an Karneval regelmäßig die Prunksitzung besucht, und zwar die der Ka.Ge. Witt-Schwatt Peaperstatt in Eppenhausen, hat er eher seinen Schwiegereltern zu verdanken. Mit Schicksal ist da nichts zu machen. „Ich bin ein sehr humorvoller Mensch, aber kein Karnevalist. Ich lache lieber länger und nachhaltig,“ so Anthes über sich.

Fernweh im Blut

Statt des Jecken-Virus’ steckt ihm der Forscherdrang nach fremden und längst vergangenen Kulturen im Blut. Ob die alten Ägypter, Mayas oder Azteken, „mir reicht es nicht darüber zu lesen, ich muss die alten Steine auch vor Ort angefasst haben,“ beschreibt Holger Anthes sein liebstes Hobby. Das Fernweh locken ihn und seine Frau dreimal im Jahr in die weite Welt. Und so wird auch sein diesjähriger, echter Geburtstag nicht mit mehr Tamtam als sonst auch (sonst: das ist der 1. März) gefeiert; wie so oft in der Ferne, genauer in Mexiko. „Mein 50. Geburtstag war insofern etwas Besonderes, weil ich ihn einmal in Europa verbracht habe.“ Nicht doch, an einer Null sieht der Landesbedienstete nichts Außergewöhnliches.

Nicht vorstellen kann sich Holger Anthes, einmal nicht mehr so durch die Welt zu reisen wie bisher, etwa auf seine liebgewonnenen Nilfahrten zu verzichten. Da müsste es ihm gesundheitlich schon sehr schlecht gehen. Auch vor politischen Unruhen ist er nicht bang. „Ich bin schon im Militärkonvoi durch Abu Simbel gefahren,“ gesteht er.

Ganz nüchtern

Wer jetzt aber denkt, der gute Mann, der so gar nichts für typische Männerdomänen wie Fußball oder Formel Eins übrig hat, wäre aufgrund seines Geburtstages und des Hobbys eher dem Mystischen verfallen, liegt falsch. Der am 21.12. dieses Jahres endende Maya-Kalender und die damit verbundene Weltuntergangsprophezeiung juckt ihn nicht. Allein die wichtigste Charaktereigenschaft seines Tierkreiszeichens Fisch sieht er als zutreffend an: die Sensibilität.

Dass die Erde am Tag seiner Geburt gewaltig rumorte – ein Erdbeben legte die marokkanische Stadt Agadir in Schutt und Asche, es gab beinahe 15.000 Tote zu beklagen – ist für Anthes eindeutig Zufall. „Ich bin ja nicht der einzige, der an einem Schalttag geboren ist, wohl noch nicht einmal das einzige Baby am 29.2.1960 im Hohenhof,“ bleibt Holger Anthes nüchtern. Seine Mutter wusste ihm von einer weiteren Geburt am Stirnband zu berichten. Jedenfalls war es für Mama Edeltraud etwas Besonderes, die Geburt ihres zweites Sohnes Holger so zu “terminieren“.

Hohenhof-Aura?

Vielleicht war ja der Ort seiner Geburt eher schicksalsbestimmend. Holger Anthes interessierte sich immer schon für Baukunst, als Diplom-Ingenieur für Architektur schloss er sein Studium an der ehemaligen “Bauschule“ (Ingenieurschule für Bauwesen) in der Rathausstraße ab, bevor er dann als Landesbeamter für Hochbau seinen Dienst antrat. Aber selten kurios: Obwohl Anthes durch seine Studien der Name Henry van de Velde absolut geläufig war, er zudem stets in Hagen wohnhaft blieb, ja gar während eines studentischen Praktikums im Keller der Jugendstil-Villa den alten Estrich mit herausbrechen half, hat er sich die Schönheiten des Baus bisher nicht einmal angeschaut.

„Das will ich aber nun ausführlichst nachholen,“ freut sich das Geburtstagskind auf einen Ausflug sozusagen vor der Haustür. „Seitdem ich im Studium von den Bauten der antiken Hochkulturen erfahren hatte, stehe ich bis heute ganz in ihrem Bann,“ begründet er sein geringes Interesse für die Architektur der „Ära 1900“.

Ein Geburtstagswunsch? „Ich bin eigentlich ganz glücklich mit meinem Leben. Vielleicht, dass ich an meinem nächsten Geburtstag, der wieder auf einen Rosenmontag fällt, noch rüstig genug zum Reisen bin.“ Dann wäre Holger Anthes 84 Jahre. Wir wünschen es ihm…