„Holibau“: 30 Millionen für zeitgemäßes Wohnen

Hagen. (ME) Gut 100.000 Wohnungen gibt es in der Volmestadt. Fast ein Fünftel gehört den vier großen Genossenschaften – der EWG („Eisenbahner“), dem Wohnungsverein an der Humpertstraße, der Hasper/ Wehringhauser GWG sowie der Holibau im Hagener Osten. Und zählt man noch die Hagewe – keine Genossenschaft! – hinzu, sprechen wir sogar von einem Viertel. Sie alle haben in den letzten Jahren beträchtliche Mittel aufgewandt, um die Hagener mit modernem, energiesparendem und obendrein kostengünstigem Wohnraum versorgen zu können. Millionenschwere Maßnahmen an der Bülowstraße oder am Quambusch und am Loxbaum haben hierzu ebenso beigetragen wie in Wehringhausen oder in Elsey.

Aktuelles Beispiel

Als aktuelles Beispiel für das Bemühen der heimischen Genossenschaften, immer auf der Höhe der Zeit zu sein, mag der Hohenlimburger Bauverein (Holibau) dienen. Kürzlich führte er Politikern und seinen gewählten Genossenschaftsvertretern diese Erfolge vor Augen – bei Rundgängen und Vorträgen, in denen es vorrangig um die Wiesen- und die Heidestraße ging.

Holibau ist im „Konzert der großen Vier“ der kleinste „Mitspieler“. Etwa 2000 Wohnungen zählen noch zum Besitztum der in der Wiesenstraße ansässigen Genossenschaft. Es waren schon mal mehr – fast 2500. Aber der demografische Wandel hinterlässt halt auch in Hohenlimburg seine Spuren. Und so kam das Unternehmen in den letzten Jahren nicht umhin, ein paar Bauten abzureißen und andere zu verkaufen.

Balkon muss sein

Kaum irgendwo zeigt sich dieser Wandel besser als in Elsey im Bereich der Heide- und Georg-Scheer-Straße. Viele Bauten hier stammen noch aus der Anfangsphase des 1926 gegründeten Vereins sowie aus den 1950er Jahren. Doch die Vorstellungen von einem zeitgemäßen Wohnen haben sich längst gewaltig gewandelt. „Eine Wohnung ohne Balkon ist heute nur noch schwer zu vermieten“, weiß Holibau-Geschäftsführerin Marion Golling. Hinzu kommen bei einigen älteren Bauten oft ungünstige Wohnungsgrößen, eine eher schlechte Bausubstanz und ein mangelnder Schallschutz. „In der Erbauungszeit empfand man es als nicht so schlimm, wenn man allerlei Geräusche aus Nachbars Wohnung hörte. Heutzutage führt dergleichen schnell zu Konflikten.“

Der Leerstand in der Heidestraße und im Bereich Hacheney betrug 2011 in einigen Häusern mehr als 50 Prozent. Da sich an vielen Bauten die Sanierung nicht mehr lohnte, musste Marion Golling wiederholt den Abbruchhammer in Stellung bringen. Den Bewohnern, oft seit „Ewigkeiten“ an der Heidestraße verwurzelt, wurden natürlich andere Genossenschaftswohnungen angeboten. Zu einem überwiegenden Teil wurde dieses Angebot auch genutzt.

Anderswo in Elsey – etwa an dem aus den 1920er Jahren stammenden Wohnblock Georg-Scheer-Straße 45-49 mit insgesamt zehn Wohnungen – war die Renovierung hingegen sinnvoll. Zwischen 2009 und 2011 wurden die Bauten nicht nur „energetisch ertüchtigt“, sondern ebenso um gut nutzbare Balkone ergänzt – 550.000 Euro hat die Maßnahme allein an diesem Wohnblock verschlungen.

Stellplätze

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie sich die Genossenschaften den Herausforderungen unserer Zeit auch noch auf andere Weise stellen: die Häuser Heidestraße 59, 61 und 89 wurden inzwischen abgebrochen, um Platz zu machen für einen hier im Quartier dringend erforderlichen Kleinkinderspielplatz (kommt im Frühjahr 2014) und für zehn PKW-Stellplätze. Solche Stellplätze sind oft dringend vonnöten – ist doch gerade in älteren Wohnquartieren die Parkplatznot ziemlich groß. „Als unsere Vorfahren die Häuser gebaut haben, gab es in den Siedlungen kaum ein Auto, heute gehören zu einer Wohnung mitunter zwei Autos“, beschreibt Marion Golling die Situation.

Manchmal reichen auch kleinere Maßnahmen aus, um ein Haus wieder auf Vordermann zu bringen. So im Bereich Heidestraße 97 bis 101 – ein ordentlicher Anstrich und einige Dämmmaßnahmen führen bis 2015 dazu, dass sich diese Bauten wieder sehen lassen können. Aber auch diese „Kleinigkeiten“ kosten reichlich Geld: nur für diese drei Bauten muss Marion Golling etwa 70.000 Euro einkalkulieren.

Fast 30 Millionen

Zwischen 2006 und heute hat Holibau fast 30 Millionen Euro in diverse Instandhaltungs- und Modernisierungskosten gesteckt – durchschnittlich rund vier Millionen Euro pro Jahr. Geld, das übrigens auch zahlreichen heimischen Handwerkern zu Gute gekommen ist.

„Unser Leitgedanke ist: Wir wollen die Wohn- und Lebensqualität unserer Mitglieder stärken,“ betont die Geschäftsführerin. Ein Satz, den sicherlich auch die Geschäftsführer der anderen drei Genossenschaften unterschreiben würden – bemühen sie sich doch in ähnlicher Weise um die Sanierung ihrer Quartiere …