„Hormon-Kugeln“ basteln und backen

Hagen. (as) Sie genießen das Leben. Sie wollen Spaß. Aber nicht nur. Mit einer neuen Aufgabe widmen sich die Damen eines Hagener Spaß- und Kegelclubs einem traurigen Thema. „Wir möchten das Hospiz Mutter Teresa in Letmathe finanziell unterstützen“, sagt Petra Jackiw. Das Geld möchten die Damen bei einem Weihnachts- und Trödelmarkt erwirtschaften. Geöffnet ist der Markt des Spaßclubs am Samstag, 30. November 2013, ab 11 Uhr. Zu finden ist er an der Hohenlimburger Straße 195, direkt neben der Aral-Tankstelle.

Die elf Damen lieben es, auf ihren Motorrollern durch die Gegend zu kurven. Auf der Kegelbahn schieben sie alles andere als eine ruhige Kugel. Und sie nehmen sich gern selbst auf den Arm. „Hormon-Kugeln“, so haben sie ihren Kegel- und Spaßclub selbst genannt.

Sie lachen gern, aber manchmal fließen Tränen. Denn: Auch gemeinsame Trauer kann zusammen schweißen. Wie jüngst. Die Mütter zweier Frauen sind gestorben. Ihre letzten Lebenstage verbrachten beide im Kreise ihrer Lieben im Hospiz Mutter Teresa in Letmathe. Die Pflege im Hospiz, darin waren sich die Damen schnell einig, war beeindruckend. Die Arbeit dort könne nicht noch genug geschätzt werden. Deshalb: „Wir haben uns zusammengesetzt und uns überlegt, wie wir da Hospiz unterstützen können“, sagt Petra Jackiw. Die Wahl fiel auf einen Weihnachts- und Trödelmarkt. Selbst Gebasteltes und selbst Zubereitetes wollen die Damen anbieten.

Gesagt, getan: Fortan qualmten die Nähnadeln und dampften die Töpfe. Wenn die Hormon-Kugeln am Samstag, 30. November, um 11 Uhr ihren individuellen Weihnachtsmarkt eröffnen, gibt’s bestimmt viele „Ahs“ und „Ohs“ über gebastelte Stabnikoläuse, Gücksbringer, Windlichter, dekorative Gläser und faszinierende Weihnachtsdeko. An den Trödelständen können Besucherinnen und Besucher bestimmt auch das ein oder andere Schnäppchen machen.

Wer stöbert, braucht eine Stärkung. Einige Würstchen, Brötchen und sogar selbst gemachte rote Grütze wurden den Damen gespendet. Andere Leckereien stammen vom eigenen Herd und aus dem eigenen Backofen. Natürlich schenken die Frauen auch Glühwein und Kakao aus.

„Als unsere Pläne konkret wurden, haben wir uns erst einmal erschrocken, was wir alles bezahlen müssen“, erinnert sich Petra Jackiw. Eine Lizenz, um Glühwein ausschenken zu dürfen. GEMA-Gebühren, um Musik spielen zu dürfen. Auch Versicherungen müssen sein. Da kamen schnell ein paar hundert Euro zusammen.

„Ganz egal, ob noch weitere Kosten auf uns zu kommen, wir tragen sie allein“, sagt Petra Jackiw. Denn der Erlös des Weihnachts- und Trödelmarkts soll ganz allein – und völlig ohne Abzüge – dem Hospiz Mutter Teresa zufließen. Da verstehen die Damen des Clubs nämlich keinen Spaß.